Ägypten Radikaler Islamist soll wegen Bibel-Schändung vor Gericht

Ägyptische Staatsanwälte haben gegen einen radikalen Islamisten Strafanzeige wegen Blasphemie erstattet.

Ägyptische Staatsanwälte haben gegen einen radikalen Islamisten Strafanzeige wegen Blasphemie erstattet.

Der auch als Abu Islam bekannte Extremist Ahmed Mohammed Abdullah war vor zwei Wochen bei einer Protestaktion gegen den antiislamischen Schmähfilm vor der US-Botschaft in Kairo dabei gefilmt worden, wie er eine Bibel in englischer Sprache zerriss. Vor versammelter Menge erklärte Abu Islam in dem im Internet veröffentlichten Video zudem, auf das Buch urinieren zu wollen, sollten die Beleidigungen gegen den Islam weitergehen.

Dass Abdullah nun nach den ägyptischen Blasphemiegesetzen der Prozess gemacht werden soll, gilt als seltenes Beispiel für deren Anwendung bei mutmaßlichen Verunglimpfungen von anderen Religionen als dem Islam. Menschenrechtsgruppen haben die Gesetze wiederholt als Einschränkung der Freiheitsrechte kritisiert. Auf Blasphemie steht in Ägypten bis zu fünf Jahre Haft.

Auch der ägyptische Präsident Mohammed Mursi ist darum bemüht, mäßigend auf die aufgeheizte Stimmung in seinem Land einzuwirken. Er hat angesichts der jüngsten Protestwelle in der muslimischen Welt zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Meinungsfreiheit aufgerufen.

Mursi, der erste demokratisch gewählte ägyptische Staatschef nach dem Sturz von Ex-Machthaber Hosni Mubarak, redete bei einer Konferenz der Stiftung des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton. Die Stiftung beschäftigt sich vor allem mit den Folgen der Globalisierung. Am Mittwoch will er bei der UN-Vollversammlung in New York sprechen.