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Ägypten: Korruptionsverdacht:Mubarak-Gattin gibt Privatvermögen ab

Tausche Geld gegen Freiheit: Die unter Korruptionsverdacht stehende Ehefrau des gestürzten ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak hat ihr Privatvermögen an die Behörden übergeben. Sie hofft, einer Haftstrafe zu entgehen.

Die unter Korruptionsverdacht stehende Ehefrau des gestürzten Präsidenten Hosni Mubarak hat ihr Privatvermögen von umgerechnet mehr als zwei Millionen Euro an den Staat übergeben. Das meldeten Behörden und Anwälte.

Wife of former Egyptian president Mubarak held pending probe

Unter Korruptionsverdacht: Suzanne Mubarak, Ehefrau des gestürzten ägyptischen Präsidenten.

(Foto: dpa)

Die 70-Jährige Suzanne Mubarak war zusammengebrochen, als sie von ihrer Festnahme erfahren hatte. Sie musste in ein Krankenhaus gebracht werden und wurde wegen Herzbeschwerden zeitweise auf der Intensivstation behandelt. Im selben Krankenhaus wird ihr ebenfalls unter Korruptionsverdacht stehender 83-jähriger Ehemann behandelt, der auch unter Herzproblemen leidet. Der gestürzte Präsident wurde bereits mehrfach verhört.

Ein Gewährsmann der Regierung erklärte, der Fall sei mit der Übergabe des Vermögens zwar nicht abgeschlossen, der Haftbefehl gegen Suzanne Mubarak werde jedoch möglicherweise überdacht.

Die Frau des gestürzten Präsidenten wurde erstmals am Donnerstag vergangener Woche zu den Anschuldigungen befragt. Seit Mubaraks Rücktritt am 11. Februar lebt das Paar in einer Villa im Badeort Scharm el-Scheich.

"Lassen wir die Vergangenheit beiseite"

Zum ersten Mal seit dem Sturz Mubaraks hat sich der regierende Militärrat an das Volk gewendet. Der Vorsitzende Hussein Tantawi forderte die Menschen in einer Rede im ägyptischen Fernsehen auf, in die Zukunft zu blicken und zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage beizutragen.

"Lassen wir die Vergangenheit beiseite", sagte Tantawi in der 20-minütigen Rede vor Polizeikadetten. "Wir wollen sie nicht vergessen, aber wir sollten sie beiseitelassen, damit wir mit aller Energie vorankommen können." Der Vorsitzende des Militärrats rief zur Ruhe und Einheit auf. Man werde religiös motivierte Gewalt nicht tolerieren und mit "eiserner Faust" gegen Anstifter von Gewalt vorgehen.

© sueddeutsche.de/ap/feko/mikö
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