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Ägypten:Haftstrafe gegen Journalisten verringert

Peter Greste, Mohamed Fahmy, Baher Mohammed

Bekamen erneut eine Haftstrafe: Peter Greste, Mohamed Fahmy, Baher Mohammed (von links).

(Foto: AP)

Trotz internationaler Kritik verurteilt ein Gericht in Kairo erneut Reporter des arabischen Senders Al-Jazeera. Dieses Mal bekommen sie drei Jahre Haft - wegen angeblich falscher Berichterstattung.

Neu aufgerollter Prozess

Drei Journalisten des Fernsehsenders Al-Jazeera sind in einem neu aufgerollten Prozess in Ägypten erneut zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Nach dem Richterspruch vor einem Gericht in Kairo müssen der Australier Peter Greste, der Kanadier Mohamed Fahmy und der Ägypter Baher Mohammed für jeweils drei Jahre ins Gefängnis. Al-Jazeera bezeichnete das Urteil als "bewussten Angriff auf die Pressefreiheit".

Die drei Reporter waren Mitte 2014 in erster Instanz des international kritisierten Verfahrens zu je sieben Jahren Haft verurteilt worden, weil sie die verbotene Muslimbruderschaft unterstützt haben sollen. Greste war im Februar nach Australien abgeschoben worden. Die beiden anderen Angeklagten waren auf Kaution frei gekommen.

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Das Urteil - lange Haftstrafen für drei Al-Jazeera-Mitarbeiter in Ägypten - war scharf kritisiert worden. Nun hat das oberste Gericht in Kairo es aufgehoben. Das Verfahren wird neu eröffnet. Trotzdem müssen die Journalisten im Gefängnis bleiben.

Berufung ist möglich

Gegen das neue Urteil kann noch einmal Berufung eingelegt werden. Die Ende 2013 verhafteten Journalisten sehen sich als Opfer eines Konflikts zwischen Ägypten und dem Emirat Katar. Al-Jazeera gehört der Herrscherfamilie des Golfstaats, der die Muslimbruderschaft unterstützt. Inzwischen haben sich Kairo und Doha wieder angenährt.