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Ägypten:Protest während Prozess gegen Muslimbrüder

Begleitet von strengen Sicherheitsmaßnahmen und lautem Geschrei beginnt in Ägypten der Prozess gegen das Oberhaupt der Muslimbruderschaft. Zusammen mit Mohammed Badie sind in diesem Verfahren noch 14 weitere Mitglieder der inzwischen verbotenen Organisation angeklagt.

Begleitet von strengen Sicherheitsmaßnahmen und lautem Geschrei hat in Ägypten der Prozess gegen das Oberhaupt der Muslimbruderschaft begonnen. Zusammen mit Mohammed Badie sind in diesem Verfahren noch 14 weitere Mitglieder der inzwischen verbotenen Organisation angeklagt. Die Website der Kairoer Tageszeitung Al-Watan meldete, die Angeklagten hätten im Gerichtssaal so laut geschrien, dass der Staatsanwalt seine Ausführungen habe unterbrechen müssen.

Die Staatsanwaltschaft wirft Badie und den anderen vor, sie hätten ihre Anhänger im Juli zur Tötung politischer Gegner angestachelt. Konkret geht es in diesem Prozess um Straßenkämpfe in Giza nach der Machtübernahme durch das Militär. Dabei waren damals neun Menschen ums Leben gekommen. Zusammen mit Badie stehen auch Essam al-Arian, Mohammed al-Beltagi und der umstrittene Prediger Safwat Hegasi vor Gericht.

Für Badie war es der erste Tag vor Gericht. Ende Oktober hätte bereits ein Prozess gegen ihn wegen der Tötung von Demonstranten beginnen sollen. Die Richter hatten sich damals jedoch für befangen erklärt. Der Prozess findet in einer Akademie für Polizei-Unteroffiziere vor den Toren von Kairo statt, um einen möglichen Befreiungsversuch oder Demonstrationen von Anhängern der Angeklagten zu verhindern. Die Akademie liegt in der Nähe des Tora-Gefängnisses, wo die Muslimbrüder inhaftiert sind.

Am Rande des Prozesses hat die ägyptische Polizei vor der Al-Azhar-Universität in Kairo eine Protestkundgebung islamistischer Studenten mit Gewalt beendet. Das Nachrichtenportal Al-Ahram berichtete, junge Anhänger der Muslimbruderschaft hätten zuvor ein Fahrzeug der Ordnungspolizei in Brand gesetzt. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wurden mehrere Menschen verletzt.