Abgeordnetenhaus - Berlin:Abgeordnetenhaus für Bargeld-Zahlungen in Bussen

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Abgeordnetenhaus - Berlin: Ein BVG-Bus fährt am Zoologischen Garten vorbei. Foto: Jörg Carstensen/dpa
Ein BVG-Bus fährt am Zoologischen Garten vorbei. Foto: Jörg Carstensen/dpa (Foto: dpa)

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Berlin (dpa/bb) - Das Berliner Abgeordnetenhaus macht sich dafür stark, den Fahrscheinkauf in Bussen wieder mit Bargeld zu ermöglichen. Fünf der sechs Fraktionen forderten bei einer Debatte am Donnerstag die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auf, die vor zweieinhalb Jahren wegen der Pandemie abgeschaffte Bezahlmöglichkeit mit Münzen und Geldscheinen schnellstmöglich wieder einzuführen.

Die Praxis, nur bargeldlose Zahlung beim Busfahrer zu erlauben, grenze Menschen von Mobilität aus, argumentierten mehrere Redner. Zudem widerspreche das den Tarifregelungen innerhalb des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB). Die AfD sieht außerdem Einnahmeverluste für die BVG, weil etliche Kunden nun eben schwarz im Bus unterwegs seien und auch beim Umsteigen auf S- oder U-Bahn keinen Fahrschein mehr lösten.

Die CDU schloss sich den Forderungen nicht an. "Berlin hat andere Probleme, ob bar zahlen möglich oder nicht möglich ist", meinte ihr Verkehrsexperte Oliver Friederici. "95 oder sogar 99 Prozent" der BVG-Kunden hätten eine Karte oder zahlten etwa mit dem Handy unbar. Von Ausgrenzung könne keine Rede sein, schließlich könne an Ticket- Automaten bar gezahlt werden. Solche Automaten gibt es allerdings nicht an Bushaltestellen, sondern etwa auf U- oder S-Bahnhöfen.

Die BVG hatte die Möglichkeit zur Barzahlung im März 2020 abgeschafft, um Busfahrer vor Corona-Ansteckung zu schützen. Ein weiteres Argument gegen Bargeld im Bus ist, dass die Fahrerinnen und Fahrer Zeit und Nerven sparen. Möglich ist die Zahlung zum Beispiel per EC- oder Kreditkarte, Handy oder mit einer aufladbaren Geldkarte der BVG.

Vor kurzem hatte auch die Senatsverwaltung für Verkehr deutlich gemacht, dass Barzahlung im Bus nach der Ausnahme wegen der Pandemie nun wieder möglich sein müsse. Sie führe dazu Gespräche mit der BVG. Das Thema ist auch im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und Linken verankert.

© dpa-infocom, dpa:220922-99-859859/3

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