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Attentäter von Arizona:Obama ruft zu Schweigeminute auf

Zunächst war die Polizei davon ausgegangen, dass der mutmaßliche Attentäter einen Komplizen hatte. Dieser Verdacht hat sich allerdings nicht erhärtet. Die Bundespolizei FBI erklärte, der zunächst Verdächtigte sei inzwischen wieder freigelassen worden. Es gebe derzeit keinen Grund mehr zu der Annahme, dass noch andere Menschen an dem Attentat beteiligt gewesen sein könnten, hieß es.

A sign referring to wounded congresswoman Gabrielle Giffords is seen at a makeshift memorial outside the hospital where she is recovering in Tucson

"Fight, Gaby, fight" - ein Anhänger von Gabrielle Giffords fordert die US-Kongressabgeordnete auf, zu kämpfen. Am Sonntag war die bei einem Attentat schwer Verletzte aus dem Koma erwacht und ansprechbar.

(Foto: REUTERS)

Das Bild des Mannes war von einer Überwachungskamera in der Nähe des Ladens in Tucson aufgezeichnet worden, vor dem Jared Lee Loughner um sich schoß. Die Ermittler hatten ein Fahndungsfoto des mutmaßlichen Helfers veröffentlicht.

Präsident Barack Obama kündigte für Montag eine Schweigeminute an: "Ich rufe die Amerikaner auf, morgen um 11 Uhr (17 Uhr MEZ) einen Moment der Stille einzuhalten, um der unschuldigen Opfer der sinnlosen Tragödie von Tucson zu gedenken", hieß es in einer Erklärung des Weißen Hauses. Dies werde ein Moment sein, an dem die Nation im Gebet zusammenstehen werde.

Unterdessen zeigte sich die Bundesregierung Deutschlands über den Anschlag bestürzt. "Mit Ihren Freunden und Angehörigen empfinde ich tiefes Mitgefühl", erklärte Außenminister Guido Westerwelle am Rande seines Besuchs in Pakistan. Er sprach von einem "entsetzlichen Angriff". Westerwelle hoffe auf die baldige Genesung der Abgeordneten und anderen Verletzten.

Auch Fidel Castro verurteilte den Anschlag als "grässliche" Tat. In einem Meinungsartikel für eine staatlich kontrollierte Zeitung schrieb der kubanische Ex-Präsident am Sonntag, das selbst Menschen wie er, die häufig mit den Vereinigten Staaten nicht einer Meinung seien, einen Gewaltakt wie den am Samstag in Tucson niemals guthießen: "Selbst diejenigen unter uns, die nicht jede Politik und Philosophie (der Regierung Obama. Anm. d. Red.) teilen, hoffen aufrichtig, dass keine Kinder, Richter, Abgeordnete oder Bürger der Vereinigten Staaten auf solch absurde und unverantwortliche Weise sterben."

© sueddeutsche.de/AFP/AP/dpa/AFP/mob/juwe/hai

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