Öffentlicher Nahverkehr:Wissing schließt Verlängerung des Neun-Euro Tickets aus

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ÖPNV: Öffentlicher Nahverkehr in Düsseldorf

Das Neun-Euro-Ticket lockt viele Menschen in Bus und Bahn, wie hier in Düsseldorf.

(Foto: IMAGO/Piero Nigro/IMAGO/aal.photo)

Der Verkehrsminister will über andere Lösungen nachdenken. Eine Fortsetzung des aktuellen Angebots hält er für zu teuer.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) schließt eine Verlängerung des Neun-Euro-Tickets aus. "Dauerhaft ist das nicht möglich. Denn das Ticket kostet im Monat über eine Milliarde Euro", sagte Wissing in der Sendung "Frühstart" von RTL/ntv. Bereits zuvor hatte er deutlich gemacht, dass die Maßnahme als Reaktion auf die hohen Energiepreise zeitlich befristet im Gesetz angelegt sei. "Dementsprechend gibt es derzeit keine Überlegungen, das zu verlängern."

Grundsätzlich ist der Verkehrsminister damit zufrieden, dass das Ticket bisher so gut angenommen werde. "Viele Bundesländer wollten das Ticket gar nicht haben, und jetzt wollen sie es gar nicht mehr loswerden", sagte er. Jetzt müsse man die zeitlich begrenzte Maßnahme evaluieren und dann mit den Ländern darüber diskutieren, wie man das Angebot von Bus und Bahn im regulären Tarifsystem verbessern könne.

Die Verbraucherzentralen fordern auch als Entlastung von steigenden Preisen ein Anschluss-Angebot. Die Chefin des Bundesverbands vzbv, Jutta Gurkmann, sagte der Deutschen Presse-Agentur, ein leicht buchbares Ticket für alle Busse und Bahnen im Nahverkehr sollte für einen monatlichen Preis von 29 Euro, also für etwa einen Euro pro Tag angeboten werden. "Das würde in der Preiskrise alle entlasten, insbesondere aber Haushalte mit wenig Geld, und zudem der nötigen Verkehrswende mehr Schub geben." Auch SPD und Grüne hatten sich zum Teil bereits für eine Verlängerung oder ein Anschluss-Angebot zum Neun-Euro-Ticket ausgesprochen.

Zum Vorschlag von Gurkmann sagte Wissing, er habe diesen zur Kenntnis genommen. Weitere Fragen stellten sich aber erst nach der vorgesehenen Evaluierung. Wissing fordert zudem Strukturreformen im ÖPNV, bevor es mehr Geld geben soll.

Die Neun-Euro-Tickets gelten im Juni, Juli und August und ermöglichen jeweils für einen Monat beliebig viele Fahrten in Bussen und Bahnen des Nah- und Regionalverkehrs in ganz Deutschland - viel günstiger als normale Monatstickets, die zudem nur im Verbundbereich gelten. Die Tickets sind Teil der Entlastungspakete der Koalition.

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