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60 Jahre BRD: Prosperität der Sechziger:Die Marktwirtschaft wird sozial

Obwohl es in den sechziger Jahren zur ersten Nachkriegsrezession kam, erlebte die Bundesrepublik eine wirtschaftliche Blütezeit: Notunterkünfte wurden hinfällig, die Sozialhilfe eingeführt und Reisen populär.

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60 Jahre BRD: Prosperität der Sechziger:Einführung der 40-Stunden-Woche

Produktion bei NSU, Foto: dpa

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Obwohl es in den sechziger Jahren zur ersten Nachkriegsrezession kam, erlebte die Bundesrepublik eine wirtschaftliche Blütezeit, die den Ausbau des sozialen Wohlfahrtsstaats ermöglichte: Notunterkünfte wurden hinfällig, die Sozialhilfe eingeführt und Reisen populär.

Produktion der Modelle Prinz 3 (oben) und 4 bei NSU in Neckarsulm in den sechziger Jahren. Mit der Einführung des Betriebsverfassungsgesetzes hatten die Arbeitnehmer bereits in fünfziger Jahren Mitbestimmungsrechte erlangt, wie sie vorher nie existiert hatten.

In den sechziger Jahren entfaltete sich schließlich die soziale Marktwirtschaft in ihrem vollen Ausmaß. So einigten sich Arbeitgeber und IG Metall 1960 auf die schrittweise Einführung der 40-Stunden-Woche, die 1965 schließlich in allen Betrieben der Metallindustrie galt.

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60 Jahre BRD: Prosperität der Sechziger:Jugendarbeitsschutz

Bergbau-Lehrlinge in der Nachkriegszeit, Foto: SV-Bilderdienst

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Bergbau-Lehrlinge im Ruhrgebiet in der Nachkriegszeit: Mit der Einführung des Jugendarbeitsschutzgesetzes im August 1960 stieg die Fürsorge für Jugendliche erheblich.

Das Mindestalter für eine Beschäftigung wurde auf 14 Jahre festgelegt. Akkord und Fließbandarbeit wurde Jugendlichen generell verboten.

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60 Jahre BRD: Prosperität der Sechziger:Sozialhilfegesetz

Sozial bedürftige Familie in der Nachkriegszeit, Foto: SV-Bilderdienst

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Sozial schwache Familie in der Nachkriegszeit: Im Juni 1961 verabschiedete der Bundestag das Bundessozialhilfegesetz, das Hilfe für Bedürftige zum Lebensunterhalt gewährte. Zudem wurden pflegebedürftige und behinderte Menschen unterstützt.

Die Sozialhilfe gab es in Deutschland immerhin mehr als 40 Jahre - sie wurde erst durch die umstrittenen Hartz-IV-Regelungen im Jahr 2005 abgeschafft.

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60 Jahre BRD: Prosperität der Sechziger:Wohnungsbau

Grundsteinlegung in der Nachkriegszeit, Foto: SV-Bilderdienst

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Grundsteinlegung für eine Wohnsiedlung: Allein im Jahr 1961 wurden in der Bundesrepublik 562.000 Wohnungen gebaut, von denen der Staat mehr als die Hälfte förderte. Die Behelfsunterkünfte aus der unmittelbaren Nachkriegszeit sind weitgehend verschwunden.

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60 Jahre BRD: Prosperität der Sechziger:Mindesturlaub

Reisen in den 60er Jahren, Foto: dpa

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Die Deutschen finden zunehmend Gefallen am Reisen und die Vespa tritt ihren Siegeszug an. Der Gesetzgeber hatte ein Einsehen und im Dezember 1962 legte der Bundestag den Mindesturlaub auf 15 Tage fest. 1963 wird er auf 18 Tage erhöht. 1964 setzte die IG Metall den Anspruch auf Urlaubsgeld durch.

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60 Jahre BRD: Prosperität der Sechziger:Vollbeschäftigung

Millionster Gastarbeiter in Deutschland, Foto: dpa

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Die deutschen Unternehmer zeigen sich im September 1964 spendabel: Als Armando Rodrigues in Köln eintrifft, schenkt ihm der Arbeitgeberverband ein Moped.

Der Portugiese ist der einmillionste Gastarbeiter in Deutschland. Arbeitskräfte sind auf dem deutschen Arbeitsmarkt heißbegehrt - im selben Monat erreicht die Beschäftigung ihren Höhepunkt: Etwa 100.000 Arbeitslosen stehen knapp 700.000 offene Stellen gegenüber.

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60 Jahre BRD: Prosperität der Sechziger:Wirtschaftswachstum

Franz-Josef Strauß (links) und Karl Schiller, Foto: dpa

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Im Dezember 1966 formierte sich die erste Große Koalition aus CDU/CSU und SPD. Oberstes Ziel der neuen Regierung war die Überwindung der ersten Nachkriegsrezession, die 1966 eingesetzt hatte.

Der neuen Regierung gelang es schnell, die Wirtschaft wieder zu beleben. Dies galt vor allem als ein Verdienst des von der CSU gestellten Finanzministers Franz Josef Strauß (links) und Wirtschaftsminister Karl Schiller (SPD), die von der Öffentlichkeit die Spitznamen "Plisch" und "Plum" verpasst bekamen. In der sogenannten "konzertierten Aktion" kooperierten Bundesregierung, Gewerkschaften, Unternehmerverbände und Bundesbank, um die Schwächephase zu überwinden. Schon 1968 setzte ein kräftiger Wirtschaftsaufschwung ein.

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60 Jahre BRD: Prosperität der Sechziger:Airbus-Projekt

Produktionshalllen von Aerospatiale in Südfrankreich, Foto: SV-Bilderdienst

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In den sechziger Jahren wurde auch der Grundstein für das Airbus-Projekt gelegt: Im Februar 1969 billigte das Bundeskabinett die Pläne für den Bau eines neuen Flugzeugs.

Das Vorhaben sah vor, dass die Flugzeughersteller Messerschmitt-Bölkow-Blohm und Aérospatiale (im Bild die Produktionshallen in Südfrankreich) bei der Produktion eines Mittelstreckengroßflugzeugs unterstützt werden sollten. British Aerospace beteiligte sich erst zehn Jahre später zunächst auf eigenes Risiko, bevor auch die Regierung in London Geld bereitstellte.

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