bedeckt München 26°
vgwortpixel

1918/1919:"Steh auf, Arthur, es ist Revolution"

Novemberrevolution in Berlin, 1918

Novemberrevolution 1918: Lkw mit bewaffneten Revolutionären und Matrosen vor dem Berliner Schloß.

(Foto: Süddeutsche Zeitung Photo)

Die Republik von Weimar war gar nicht so schlecht, sagt Robert Gerwarth. US-Präsident Wilson war gar nicht so gut, sagt Eckart Conze. Zwei Bücher über das Ende des Ersten Weltkriegs.

Am 6. November 1918 reiste der spätere Reichskanzler Hermann Müller, ein Sozialdemokrat, mit der Eisenbahn in die Hafenstadt Kiel, wo Matrosen und Arbeiter seit einigen Tagen revoltierten. Im Zug wurde er von einem Seemann mit roter Armbinde, die ihn als Revoluzzer kenntlich machte, kontrolliert. Der Matrose ermahnte Müller: Sein Pass sei schon seit Monaten abgelaufen. Aha, machte Müller und wunderte sich im Stillen: "Wäre es in einem anderen Land denkbar gewesen, dass in der Nacht nach Beginn einer Revolution ein Revolutionär sich Sorgen um die Verlängerung eines Passes gemacht hätte?". Wie der in Dublin lehrende Historiker Robert Gerwarth klarmacht, ist diese Episode bloß eine Schnurre während der brutalen Ereignisse von 1918 und 1919.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Teaser image
Professorin über Sinn
"Nicht in jedem Job können wir die Welt retten"
Teaser image
Verschwörungstheorien
"Na dann klär mich mal auf"
Teaser image
Coronavirus
Der lange Weg durch die Pandemie
Teaser image
USA
Darf Trump das?
Teaser image
Sex und Corona
"Sex ist gerade ohnehin sinnvoll: Ein Orgasmus stärkt das Immunsystem"
Zur SZ-Startseite