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1914-1918:Brennender Nationalismus - der Erste Weltkrieg

Vor 90 Jahren endete der Erste Weltkrieg. 1914 war der Nationalismus in Europa so übersteigert, dass ein Funkenschlag im "Pulverfass Balkan" zu einem Flächenbrand führte, der am Ende fast 10 Millionen Todesopfer forderte.

Bernd Oswald

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Am 11. November vor 90 Jahren ging der Erste Weltkrieg zu Ende. Zahlreiche Soldatenfriedhöfe - wie hier in Langemark im Westen Belgiens - erinnern an die Gefallenen. Noch immer finden Bauern und Bauarbeiter auf den Schlachtfeldern in Flandern Überreste der Getöteten.

Von 1914 bis 1918 kamen im Ersten Weltkrieg insgesamt zehn Millionen Menschen ums Leben.

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1914 war der Nationalismus in Europa so übersteigert, dass ein Funkenschlag im "Pulverfass Balkan" zu einem Flächenbrand führte.

Am 28. Juni 1914 besuchen der Thronfolger Österreich-Ungarns, Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau Sophie, Sarajevo. Sie steigen in einen offenen Wagen, um durch die Stadt zu fahren. Dies ist eine der letzten Aufnahmen Franz Ferdinands.

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Der 19-jährige bosnisch-serbische Nationalist Gavrilo Princip (2. von rechts, mit Hut) erschießt sowohl Franz Ferdinand als auch Sophie von Habsburg mit einer Pistole, als sie im offenen Wagen an ihm vorüber fahren. Der Mord führt zu einer Vergeltungsaktion Österreich-Ungarns gegen Serbien und löst somit den 1. Weltkrieg aus.

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Der deutsche Kaiser Wilhelm II. sicherte Österreich-Ungarn am 6. Juli 1914 eine "Blankovollmacht" zu, die ein deutsches Eingreifen im Falle eines russischen Eingreifens vorsah. Am 25. Juli beschloss Russland auf dem Kronrat von Krasnoje Selo, Serbien militärisch zu unterstützen. Fünf Tage später begann die russische Mobilmachung.

Deutschland reagierte darauf, indem es seine Truppen ebenfalls mobil machte. Am 1. August 1914 erklärte das Deutsche Reich Russland den Krieg.

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Am Anfang war die Kriegsbegeisterung in Deutschland groß: Das deutsche Heer hielt sich für mächtig und glaubte Frankreich innerhalb weniger Wochen erobern zu können. Dieser Zug trägt die Aufschrift "Nach Paris".

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Kaiser Wilhelm II. (Mitte) sah sich als oberster Feldherr und ließ sich von seinen Offizieren, hier Feldmarschall Paul von Hindenburg (links) und General Erich Ludendorff (rechts), die militärische Lage erläutern. Von Hindenburg führte als Oberbefehlshaber die 8. Armee zu einem Sieg über das russische Heer und war fortan der "Held von Tannenberg". Im August 1916 übernahm er die Oberste Heeresleitung.

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Doch militärisch lief es bei weitem nicht so gut wie geplant: An der Westfront entbrannte ein erbitterter Stellungskrieg. Traurige Berühmtheit erlangte die Schlacht um Verdun, die von Februar bis Dezember 1916 dauerte, ohne dass es zu wesentlichen Verschiebungen des Frontverlaufs kam. Die Schlacht zählt zu den verlustreichsten des Ersten Weltkriegs.

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Die Franzosen verteidigten ihre Stadt, doch Verdun trug schlimme Zerstörungen davon.

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Der Erste Weltkrieg sah auch erstmals den Einsatz von allerdings noch sehr anfälligen Panzern, die vor allem von Briten und Franzosen eingesetzt wurden. Hier haben deutsche Soldaten einen britischen Panzer erobert.

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In den seltenen ruhigen Momenten, die ihnen blieben, schrieben viele Soldaten Feldpostkarten an ihre Familien.

Feldpostkarten, wie sie im Kulturhistorischen Museum in Rostock in der Ausstellung 'Herzliche Grüße aus dem Graben' zu sehen sind.

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Auf zeitgenössischen deutschen Bildpostkarten wurden die Kriegshandlungen heroisiert. Mit der grausamen Realität in den Schützengräben hatten sie nichts zu tun.

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Zu leiden hatte auch die Zivilbevölkerung: Bald herrschte Güterknappheit. Auf diesem Bild auf dem Jahr 1916 bricht eine alte Frau vor Hunger zusammen.

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Nachdem das Deutsche Reich den uneingeschränkten U-Boot-Krieg erklärt hatte, der auch viele (amerikanische) zivile Opfer forderte, entschlossen sich am 6. April 1917 auch die USA zum Kriegseintritt. Hier spricht Präsident Wilson zum Kongress.

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Nicht zuletzt wegen des US-Eintritts in den Krieg wendete sich das Blatt. Deutsche Truppen mussten sich 1918 immer weiter zurückziehen, viele deutsche Soldaten gerieten in alliierte Gefangenschaft.

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Ab 7. November 1918 verhandelten der französische Marschall Foch und vier deutsche Politiker unter Führung von Matthias Erzberger (Vorsitzender der katholischen Zentrumspartei) in einem Salonwagen im Wald von Compiègne über den Waffenstillstand zwischen den Alliierten und dem Deutschen Reich. Am 11. November unterzeichneten die beiden Parteien den Waffenstillstandsvertrag. Damit war der Erste Weltkrieg nach vier Jahren und drei Monaten beendet.

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In Deutschland kam es im November 1918 zur Revolution. Am 9. November gibt Reichskanzler Prinz Maximilian von Baden eigenmächtig die Abdankung des Kaisers bekannt. Am Nachmittag desselben Tages ruft SPD-Politiker Philipp Scheidemann (im Bild) vom Reichstagsgebäude aus die "deutsche Republik" aus.

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Paul von Hindenburg, AP

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Das Militär konnte mit der neuen Demokratie gar nichts anfangen. Feldmarschall Paul von Hindenburg untergrub die Autorität der neuen Republik, in dem er 1919 vor dem Untersuchungsausschuss der Nationalversammlung die "Dolchstoßlegende" verbreitete, wonach das Heer im Felde unbesiegt geblieben und von den Novemberrevolutionären durch einen Waffenstillstand "von hinten erdolcht" worden sei. Obwohl er Monarchist war, wurde Hindenburg 1925 und 1932 zum Reichspräsidenten der Weimarer Republik gewählt.

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Deutschland kam nach internationaler Ansicht eine Hauptschuld am Ausbruch des Ersten Weltkrieges zu und wurde im Versailler Vertrag zu teils drakonischen Reparationszahlungen verpflichtet, die den Boden für das Erstarken revanchistischer Ideen und des Nationalsozialismus bildeten. Der Versailler Vertrag wurde am 28. Juni 1919 im Versailler Schloss zwischen dem Deutschen Reich sowie 27 alliierten und assoziierten Mächten unterzeichnet. Er trat am 20. Januar 1920 in Kraft.

Die 'Großen Vier', die über den Inhalt des Versailler Vertrages nahezu allein entschieden (l-r): Die Ministerpräsidenten David Lloyd George (England), Vittorio Emanuele Orlando (Italien), Georges Benjamin Clemenceau (Frankreich) und der US-amerikanische Präsident Woodrow Wilson.

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Der Erste Weltkrieg forderte fast zehn Millionen Todesopfer, die meisten davon auf deutscher und französischer Seite. Berühmt wurde das gemeinsame Gedenken von Francois Mitterrand und Helmut Kohl 1984 in Verdun.

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