2. Weltkrieg: Japan und die USA Pearl Harbor und die Rolle Roosevelts

Am 27. Januar 1941 besuchte der peruanische Gesandte, Rivera Schreiber, den US-Botschafter Joseph Grew. Peru war einst ein wichtiges Auswanderungsland für Japaner, die Beziehungen zu Tokio eng. Nach Angaben der Witwe Rivera Schreibers hatte dessen Diener sich mit einem kleinen Informanten betrunken, dabei soll dieser erzählt haben, Japan plane, Pearl Harbor anzugreifen.

Anglo-amerikanische Alliierte gegen Japan und Hinterdeutschland: US-Präsident Franklin Delano Roosevelt mit dem britischen Premierminister Winston Chruchill 1941

(Foto: Foto: AP)

Nachdem auch ein japanischer Professor und Pazifist Rivera von diesen Plänen berichtete, warnte dieser Grew, der sofort ein Telegramm nach Washington schicken wollte. Dieses Telegramm ist in den Archiven nicht zu finden.

Der dritte Sekretär der Botschaft, Frank Schuler, war ein junger ambitionierter Diplomat, der fließend Japanisch sprach. Er kehrte Anfang 1941 aus Tokio in die Fernost-Abteilung des State Department zurück.

Belastende Hinweise gelöscht

Irritiert über die Sorglosigkeit, mit der Washington Japan behandelte, verfasste Schuler im September 1941 zusammen mit fünf Kollegen ein Memo, in dem er vor einem Überraschungsangriff warnte.

Das Ministerium verlangte, die sechs sollten das Memo zurücknehmen und sich entschuldigen. Schuler weigerte sich. Dafür wurde er, obwohl im Außenministerium akuter Mangel an japanisch sprechenden Diplomaten herrschte, im November 1941 nach Antigua versetzt und nach 1944 aus dem Dienst entlassen.

Bis zu seinem Tod 1996 kämpfte er mit seiner Frau Olive, die ebenfalls in der Fernost-Abteilung des US-Außenministeriums arbeitete, um seine Rehabilitierung.

Olive Schuler hatte eine Freundin, Helen Shaffer. Diese erzählte den Schulers nach ihrer Pensionierung, sie habe nach der Attacke auf Pearl Harbor, eingeschlossen in ein Büro, unter strenger Geheimhaltung Protokolle und Telegramme neu tippen müssen. Dabei seien alle belastenden Hinweise gelöscht worden. Frank Schuler sei kaltgestellt worden, weil er gewarnt hatte und zu viel wusste.

Die Hinweise im Tagebuch

Tokumoto fand Indizien, die Schulers These stützen. US-Botschafter Grew war ein pedantischer Tagebuchschreiber. In seinem Buch "Zehn Jahre in Japan" heißt es nur, in Tokio habe es damals "Gerüchte" von einem Angriff auf Pearl Harbor gegeben. Mehr nicht. Im Tagebuch jedoch hatte Grew den Besuch des peruanischen Gesandten Rivera Schreiber verzeichnet und auch, dass sie das Telegram zusammen aufgesetzt hätten.

Grew war stolz auf seine Nähe zu Kaiser Hirohito. Nach Pearl Harbor wurde er, wie alle westlichen Diplomaten, in Japan interniert. In jener Zeit soll er einen Report entworfen haben, der Roosevelts Japan-Politik kritisierte. US-Außenminister Cordell Hull soll dieser Text so sehr missfallen haben, dass er anordnete, Grew solle ihn vernichten.