Zum Tode Yves Saint Laurents:Ein Nachruf in Bildern

Mit dem Tod von Yves Saint Laurent verliert die Modewelt einen der genialsten Schöpfer aller Zeiten. Eine Werk-Schau in Bildern.

22 Bilder

-

Quelle: SZ

1 / 22

Der französische Modeschöpfer Yves Saint Laurent hat kurz vor seinem Tod noch die jahrzehntelange Beziehung zu seinem Lebensgefährten Pierre Bergé amtlich gemacht. Foto: AFP

-

Quelle: SZ

2 / 22

Der in Algerien geborene Couturier verbrachte einen großen Teil seines Lebens in Marokko und besaß dort mit Pierre Berger ein Haus. In dessen Garten soll die Asche des Modeschöpfers begraben werden. Foto: AFP

-

Quelle: SZ

3 / 22

Schüchtern und kurzsichtig: Das sei der Grund, warum sich Yves Saint Laurent schon ganz früh hinter einer dick umrandeten Brille versteckt hat. Grund für Schüchternheit hatte der Modeschöpfer nie, denn sein Talent war schnell erkannt. Als 17-Jähriger verließ er seine algerische Heimat und besuchte in Paris die Modeschule der Chambre Syndicale de la Haute Couture, wo er als Mode- und Bühnenzeichner ausgebildet wurde. Noch während der Ausbildung gewann er mit dem Entwurf eines Cocktailkleides den ersten Preis eines Modezeichner-Wettbewerbs. Ein junger Karl Lagerfeld war unter den Konkurrenten...

Das Foto zeigt den Designer 1958 in seinem Atelier.

Foto: AP (sueddeutsche.de/imm/bilu/lala)

-

Quelle: SZ

4 / 22

Es dauert nicht lange und Christian Dior wird auf das außergewöhnliche Talent aufmerksam. Er holt Laurent in sein Unternehmen. Nach Diors tödlicher Herzattacke 1957 wurde der 21-jährige Yves Saint Laurent sein Nachfolger und damit zum jüngsten Couturier der Welt.

Foto: Reuters

-

Quelle: SZ

5 / 22

Am 1. August 1936 wurde Yves Saint Laurent in Algerien geboren. Der Sohn aus reichem algerischen Elternhaus erbte die Leidenschaft für Mode von seiner Mutter. Schon 1957 zeigte Laurent seine Kollektion für Dior der Öffentlichkeit und die Welt feierte begeistert die Trapezlinie der Garderobe - endlich war Schluss mit der abgeschnürten Wespentaille.

Der Erfolg schrieb sich drei Jahre fort, dann musste Laurent zur Armee und seine Stelle bei Dior war verloren. Für immer. Obwohl Laurent nach mehreren Nervenzusammenbrüchen die Armee 1960 wieder verlassen durfte, nahm ihn das Haus Dior nicht zurück. Diese Not macht Laurent zur Tugend: Mit dem Marketing-Experten Pierre Bergé eröffnet er 1962 sein eigenes Modehaus, die "Société Yves Saint Laurent" und präsentierte seine erste Kollektion unter seinem eigenen Label. Der Modefürst eroberte die Matrosenjacke für die Frauen.

Was nun folgte, wurde von den Mode-Experten als Revolution gefeiert. Als hätten die Frauen seit Jahrtausenden auf den weiblichen Smoking gewartet - mit Yves Saint Laurent wurde dieser Traum endlich wahr.

Foto: Getty

-

Quelle: SZ

6 / 22

Auch die gerade geschnittene Jacke verhüllte zwar jede weibliche Form, aber in der Kombination mit dem kniekurzen Rock wurde sie zur Sensation.

Foto: Getty

-

Quelle: SZ

7 / 22

1966 brachte Laurent als Haute-Schneider Prêt-à-porter-Mode auf den Markt. Eine grandiose Idee - prompt wurden seine Kollektionen von Paris bis Tokio mit Erfolg verkauft.

Foto: AP

-

Quelle: SZ

8 / 22

Die Mode für die Straße namens "Rive Gauche" ließ Laurent in Serie herstellen, die Haute Couture blieb nach wie vor Handarbeit.

Foto: AP

-

Quelle: SZ

9 / 22

Allerdings blieb der Gesamtumsatz der Haute Couture gering. Mit seinem Partner und langjährigen Lebensgefährten Bergé gelang es Laurent aber, jenseits der Mode Gewinn zu machen. Seine Kunden mussten sich nicht mehr nur mit Kleidung von Yves Saint Laurent zufrieden geben, sie konnten auch zu Taschen oder Kosmetik mit den drei Buchstaben YSL greifen. Das Foto zeigt den Modefürsten 1969 vor einem Rive-Gauche-Laden in London. Auch den Safari-Look brachte Laurent erfolgreich heraus.

Foto: AP

-

Quelle: SZ

10 / 22

Die französische Schauspielerin Catherine Deneuve (links) genoss die Nähe des Modeschöpfers. Er liebte es wiederum, sie für Filme auszustatten. Auf dem Bild schwärmt die russische Ballerina Maia Plissetskaia über die Kollektion aus dem Jahr 1973.

Foto: AP

-

Quelle: SZ

11 / 22

In den Achtzigerjahren sprach Laurent immer wieder von der Belastung seines Modeimperiums. Seiner Mode sieht man diese nicht an. Er wurde nach wie vor von Kundinnen und Kritikern gefeiert.

Foto: AP

-

Quelle: SZ

12 / 22

Im September 1985 verkaufte Laurent die Prêt-à-porter-Linie "Rive Gauche". Als er 1990 vollkommen abgemagert vor seinem Publikum erschien, nahmen die Gerüchte, Laurent leide an einer schweren Krankheit, zu.

Seine Ärzte sprachen von "geistiger Erschöpfung". Laurent ergriff die Flucht nach vorn und ließ 1993 über seine Biographin, Modekritikerin Benaïm, verkünden: Der geniale Modeschöpfer sei jahrzehntelang abhängig von Alkohol, Tranquilizern und Kokain gewesen. Laurent zog sich in die Normandie und in seine zweite Heimat Marokko zurück. 1989 bewies er nochmals: Farbe ist Pracht, nur er selber wählte immer Schwarz.

Foto: AP

-

Quelle: SZ

13 / 22

Die berühmtesten Models der Welt - hier Claudia Schiffer - waren stolz, YSL-Mode vorzuführen.

Foto: AP

-

Quelle: SZ

14 / 22

Auch Laetitia Casta war 1999 froh, den kommenden YSL-Sommer romantisch und verblümt einzuleiten.

Foto: Reuters

-

Quelle: SZ

15 / 22

2000 verteilte Laurent Luftküsse an sein Publikum. 1991 begann der Abverkauf seiner Firma, der 1993 vollendet war. Laurents Partner Bergé behält noch zehn Prozent, aber auch er tritt 2000 als Kollektionschef zurück. Sein Nachfolger: der amerikanische Modeschöpfer und Kreativ-Cef bei Gucci, Tom Ford.

Foto: AFP

-

Quelle: SZ

16 / 22

Im Januar 2002 tritt der Modefürst ab: Mit Catherine Deneuve (rechts) und Model Laetitia Casta (links) zeigte er in Paris, was er kann. Sein Partner Pierre Bergé verkündet hinterher, mit Laurents Rücktritt werde die Haute Couture untergehen. Und tatsächlich: Die Haute Couture kämpft noch heute, einen verlorenen Ruhm zurückzuerobern.

Foto: AP

-

Quelle: SZ

17 / 22

Auch Naomi Campbell marschierte bei dem Abschied von Laurent mit über den Laufsteg.

Foto: Reuters

-

Quelle: SZ

18 / 22

2002 zeigte Laurent dann noch einmal, dass sich Mode und bildende Kunst bestens vertragen. Er druckte Motive von Mondrian, Picasso, Matisse und van Gogh auf die Kleider der Frau.

Foto: Reuters

-

Quelle: SZ

19 / 22

Und so sah 2002 Männermode von YSL aus, als Tom Ford seine Finger im Spiel hatte.

Foto: AP

-

Quelle: SZ

20 / 22

Catherine Deneuve und Partner Pierre Bergé bleiben den YSL-Schauen treu. 2006 haben sie sich angesehen, wie das Label die Menschen im folgenden Winter wärmen soll.

Foto: dpa

-

Quelle: SZ

21 / 22

2006 hat der italienische Designer Stefano Pilati für Yves Saint Laurent Sommermode entworfen. Der Romantik-Look, den Laetitia Casta und Laurent schon 1999 zeigten, wird fortgeführt.

Foto: AFP

-

Quelle: SZ

22 / 22

Am 1. Juni 2008 ist der Modeschöpfer im Alter von 71 Jahren an einem Hirntumor gestorben. Während Coco Chanel die Frauen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Freiheit geschenkt hat, hat Yves Saint Laurent ihnen im Smoking Macht verliehen - die sie in den heuten Tagen mehr denn je brauchen.

Foto: Reuters

Zur SZ-Startseite
Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB