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Zum ersten Geburtstag:Happy Birthday, Prinz Schorsch!

George of Cambridge feiert seinen ersten Geburtstag. Er konnte zwar den Untergang des englischen Fußballs nicht verhindern - ist aber dennoch sehr beliebt bei seinen Untertanen. Sein erstes Lebensjahr in Bildern.

Von Christian Zaschke, London

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Britain's Prince William holds his baby son outside the Lindo Wing of St Mary's Hospital before leaving with Catherine, Duchess of Cambridge, in central London

Quelle: REUTERS

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Baby George feiert an diesem Dienstag seinen ersten Geburtstag. Er konnte zwar den Untergang des englischen Fußballs nicht verhindern - ist aber dennoch sehr beliebt bei seinen Untertanen. Das erste Jahr des Prinzen in Bildern.

In seinen ersten Stunden war George ein Geheimnis. Um 16:24 Uhr war er am 22. Juli vor genau einem Jahr im Lindo-Flügel des St.-Mary's-Krankenhauses im Londoner Stadtteil Paddington zur Welt gekommen, und kaum jemand wusste es. Draußen vor der Tür warteten einige Hundertschaften Reporter, Kameraleute, Schaulustige, sie harrten zum Teil seit Wochen aus, um ja nicht die Geburt des künftigen Königs zu verpassen. Es waren ungewöhnlich heiße Tage, die Fernsehleute schwitzen in ihren Sakkos, die Techniker trugen an Kleidung nur noch das Nötigste. Ein Teil der schreibenden Presse hatte die Cafeteria des Krankenhauses in Beschlag genommen. Die Anwesenheit mehrerer Dutzend Reporter und ebenso vieler surrender Laptops verwandelte den Raum in eine finnische Sauna, wenngleich es etwas schlechter roch als in der Sauna.

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Quelle: Leon Neal/AFP

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Während also rund um das Krankenhaus schwitzend dauerberichtet und dauerberichtend geschwitzt wurde, in beständig wachsender Erregung, während die Luft flirrte und südamerikanische Journalisten so laut in ihre Handys brüllten, als wollten sie ohne Telefon mit ihren heimischen Redaktionen kommunizieren, herrschte im Lindo-Flügel herrlichste Ruhe. Kate und William, die jungen Eltern, hatten verfügt, dass zunächst niemand von der Geburt ihres Sohnes erfahren sollte. Sie wussten, dass sie ihr Kind ein Leben lang mit der Welt würden teilen müssen. Prinz George Alexander Louis of Cambridge ist nach den Prinzen Charles und William die Nummer drei der britischen Thronfolge, ihm steht ein öffentliches Leben bevor. Doch in den ersten vier Stunden lebte er ganz privat in den Armen seiner Eltern, weil die Öffentlichkeit nichts von ihm wusste. Als Georges Geburt gegen halb neun am Abend verkündet wurde, brandete vor dem Krankenhaus Jubel auf.

Prince George's first birthday

Quelle: dpa

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An diesem Dienstag feiert George nun seinen ersten Geburtstag. Es gibt eine kleine Party. Seine Uroma, besser bekannt als Queen Elizabeth II., wird voraussichtlich mal vorbeischauen, und ein Klatschmagazin will erfahren haben, dass den Gästen lustige Tiergesichter geschminkt werden, wiewohl im Fall der Königin vermutlich eine Ausnahme gemacht wird.

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Quelle: John Stillwell/AFP

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In seinem ersten Jahr hat George viel erlebt und, wann immer er sich zeigte, Begeisterung ausgelöst. Als kürzlich ein Foto des Prinzen in rosafarbenen Latzhosen veröffentlicht wurde, war das entsprechende Modell der britischen Presse zufolge in Online-Shops innerhalb weniger Stunden ausverkauft.

(Ob der Trend bei Taufkleidern auch zu Georges übergroßem Spitzenkleid (im Bild) geht, ist nicht überliefert)

FILE: Prince George To Celebrate His First Birthday On Tuesday 22nd July

Quelle: Getty

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Lediglich zehnmal war George in seinem ersten Jahr in der Öffentlichkeit zu sehen. Neunmal haben ihn seine Eltern präsentiert, einmal ist er von einem Paparazzo fotografiert worden, während seine Nanny Maria Teresa Turrion Borrallo ihn in einem Kinderwagen durch die Kensington Gardens schob. Dass trotz des großen öffentlichen Interesses am kleinen Prinzen lediglich ein Bild ohne Zustimmung der Eltern entstanden ist, hat einen einfachen Grund: Es gibt eine stille Übereinkunft zwischen den Royals und der britischen Presse, dass die Kinder in ihren ersten Jahren unbehelligt aufwachsen können.

The Duke And Duchess Of Cambridge Tour Australia And New Zealand - Day 14

Quelle: Getty Images

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Zu den geplanten öffentlichen Auftritten gehörten jene auf der großen Reise nach Neuseeland und Australien. Im April gingen Kate und William dorthin auf Staatsbesuch und nahmen ihr damals gut acht Monate altes Baby mit. Sie brauchten dazu eine Sondergenehmigung der Queen, weil es gegen die Regeln des Hofs ist, dass zwei Thronfolger in einem Flugzeug fliegen. Elizabeth II. ist Staatsoberhaupt des Commonwealth und damit auch von Australien und Neuseeland. Vermutlich wusste sie, dass es keine bessere PR für das Königshaus geben konnte, als das jüngste Mitglied der Familie zu schicken.

The Duke And Duchess Of Cambridge Tour Australia And New Zealand - Day 10

Quelle: David Foote/Getty

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George wurde begeistert empfangen und mit Geschenken überhäuft. Unter anderem erhielt er einen Sturzhelm mit Fellbesatz, ein Skateboard, auf dem sein Name zwischen Bildern von Kängurus steht, einen sehr großen und bemerkenswert hässlichen Kuschel-Wombat, einen Känguru-Rucksack und einen prächtigen Kaninchennasenbeutler aus Stoff, den er auf den australischen Boden pfefferte. Von den lebendigen Kaninchennasenbeutlern hielt George respektvoll Abstand, als er ihrer in einem Gehege des Zoos von Sydney gewahr wurde, das nun nach ihm benannt ist.

Britain's Catherine, Duchess of Cambridge, carries her son Prince George as he examines a butterfly on the hand of his father Prince William during a visit to the Sensational Butterflies exhibition at the Natural History Museum in London

Quelle: Reuters

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Umfragen ergaben, dass mehr Australier denn je dafür seien, dass weiterhin ein Mitglied der Familie Windsor ihr Staatsoberhaupt sein soll. Wenn sich die Stimmung nicht dramatisch ändert, wird George das Land eines Tages als König bereisen.

Prince George's first birthday

Quelle: John Stillwell/dpa

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Zurück in London machte sich George daran, das Laufen zu lernen. Anlässlich eines Polo-Spiels, an dem sein Vater teilnahm, machte George an der Hand seiner Mutter seine ersten öffentlichen Schritte und trat gegen einen Ball. Auch in der seriösen Presse waren danach ernst gemeinte Analysen darüber zu lesen, dass der Prinz offensichtlich sportlich veranlagt sei. Die Boulevardpresse schlug vor, George umgehend zur Fußball-WM nach Brasilien zu fliegen, um das englische Team vor dem Untergang zu bewahren. Zu seinem ersten Geburtstag an diesem Dienstag veröffentlichte der Palast ein Bild, wonach George nun auch ohne Hilfe laufen kann. Der künftige König wirft die Arme in die Luft, er trägt eine blaue Latzhose und hat mehr Haare als sein Vater.

© SZ vom 22.07.2014/frdu/leja
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