Süddeutsche Zeitung

Zugunglück in Baden-Württemberg:Menschliches Versagen löste Kollision aus

Der Fahrdienstleiter hat vermutlich ein falsches Signal gegeben. Wie die Staatsanwaltschaft ermittelte, habe er einem der beiden Regionalzüge die Freigabe zur Abfahrt aus dem Bahnhof Schrozberg erteilt, obwohl auf der eingleisigen Strecke in Gegenrichtung noch der zweite Zug unterwegs gewesen sei.

Das Zugunglück von Schrozberg in Baden- Württemberg ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft durch menschliches Versagen verursacht worden. Der Fahrdienstleiter von Schrozberg habe ein falsches Signal gegeben, hieß es am Donnerstag.

Der 27-Jährige verweigere bislang allerdings noch die Aussage. Es sei ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet worden. Offensichtlich seien Regeln nicht eingehalten worden, sagte ein Polizeisprecher.

Nach den vorläufigen Untersuchungen der Staatsanwaltschaft war die Signalanlage schon eine Viertelstunde vor dem Zusammenstoß ausgefallen. Die beiden Beamten in den Stellwerken Schrozberg und Niederstetten mussten sich telefonisch verständigen.

Bei dem Unglück waren am Mittwoch sechs Menschen ums Leben gekommen, 25 wurden verletzt. Nach Angaben der Polizei kommen alle Todesopfer der Tragödie aus Bayern. In den Trümmern der Züge wurden eine 39 Jahre alte Mutter und ihre drei Kinder im Alter von 5, 10 und 12 Jahren getötet. Der Familienvater schwebte den Angaben zufolge auch am Mittag noch in Lebensgefahr. Auch die beiden Lokführer aus Aschaffenburg starben.

(sueddeutsche.de/dpa/AP)

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