bedeckt München

Zehntausende Nutzer:Polizei zerschlägt großen Kinderporno-Ring

Den Behörden ist ein entscheidender Schlag gegen einen im Darknet operierenden Kindermissbrauchs-Ring gelungen. Zwei Verdächtige wurden verhaftet. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Hannover.

Deutsche Behörden haben einen Kindesmissbrauchs-Ring zerschlagen, der im sogenannten Darknet operierte. Federführend bei den Ermittlungen waren nach einem ersten Hinweis aus der Region Polizei und Staatsanwaltschaft Hannover, wie eine Sprecherin der Anklagebehörde am Freitag bestätigte. Zuvor hatten die Hannoversche Allgemeine und die Neue Presse darüber berichtet und von Zehntausenden Nutzer geschrieben.

Wie die Sprecherin sagte, wurde ein Verfahren inzwischen an Baden-Württemberg abgegeben, ein weiteres soll an Hessen gehen. Der HAZ zufolge soll ein 50-Jähriger aus Baden-Württemberg die entsprechende Seite nicht nur verwaltet, sondern auch selbst kinderpornografisches Material verbreitet haben. Ein 45-jähriger Hesse agierte dem Bericht zufolge offenbar als technischer Betreiber der Seite. Die Nutzer sollen der Staatsanwaltschaft zufolge auf das "international genutzte Forum" zugegriffen haben. Die Täter haben das Forum zwischen 2016 und 2018 betrieben. Über die Chats sollen auch Treffen zum Missbrauch von Kindern verabredet worden sein.

Gegen den 50-jährigen Verdächtigen aus Albstadt bei Tübingen beginnt der Prozess am 30. April im baden-württembergischen Hechingen. Die zuständigen Behörden im Südwesten waren dazu am Freitag zunächst nicht zu erreichen. Beide Beschuldigten haben die Beteiligung an den Taten offenbar eingeräumt.

Die Ermittlungen zu weiteren Teilnehmern des Forums und noch unbekannten Administratoren des Chats dauern noch an.

© SZ.de/dpa/bix/csi
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema