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SZ-Kolumne "Bester Dinge":Verhexter Zebrastreifen

Selbstgemalter Zebrastreifen
(Foto: Bernd Barthen/dpa)

In dem rheinland-pfälzischen Dörfchen Bonerath taucht über Nacht ein selbstgemalter Fußgängerüberweg auf. Ob das mit dem Riesling in der Gegend zu tun hat?

Von Moritz Geier

Auf der Homepage des rheinland-pfälzischen Örtchens Bonerath ("Einen Riesling sollten Sie hier mindestens probiert haben") findet sich unter der Rubrik "Geschichte" folgender nicht zu unterschätzender Hinweis zum Jahr 1739: "Negativ wird ausdrücklich vermerkt, dass in guten Zeiten die Teilnahme am Gottesdienst zwar rege ist, in Zeiten der Gefahr aber ein Rückfall in heidnische Gebräuche beobachtet wird." Das nur als Hintergrund für eine Geschichte aus der Gegenwart.

"Hex hex", schrieb am Wochenende der Trierische Volksfreund, "und plötzlich war der Zebrastreifen in Bonerath da." Bonerath, 260 Einwohner, gelegen irgendwo im Hinterland südöstlich von Trier, ist zwar kulturell laut eigener Homepage "ein sehr lebendiges Dorf", zeigt sich nun aber doch pikiert über das, was da in der Nacht auf den 1. Mai geschehen ist. Rückfälle in heidnische Gebräuche, das schien doch längst überwunden zu sein.

Jedenfalls haben Unbekannte in der Walpurgisnacht einen Fußgängerüberweg auf die Straße gemalt, direkt vor einer Bushaltestelle, mit nicht abwaschbarer weißer Farbe. Bürgermeisterin Gabriele Terres findet die Idee zwar nicht schlecht, weist allerdings darauf hin, dass der Übergang nicht konform sei, weder von der Breite her noch bei der Beschilderung, weswegen jetzt wegen Sachbeschädigung ermittelt werde. Aber gibt der Zebrastreifen nicht ein bisschen Sicherheit in Zeiten der Gefahr? Mancher Autofahrer wird es nie begreifen, hat doch schon Rolf Zuckowski gesungen.

Okay, vielleicht interpretiert man da jetzt zu viel hinein. Vielleicht hat ja einfach nur jemand einen Riesling zu viel probiert.

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