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Yves Saint Laurent:China will an das Erbe des Modedesigners

Streit um die Jahrhundertauktion: Peking reklamiert zwei Figuren für sich, die Christie's aus dem Nachlass Yves Saint Laurents versteigern will.

Die Versteigerung von zwei chinesischen Bronzefiguren aus dem Nachlass des Modedesigners Yves Saint Laurent hat am Montag die französische Justiz beschäftigt. Vertreter der Regierung in Peking argumentierten bei einer Gerichtsanhörung in Paris, bei den Bronzefiguren aus der Kaiserzeit handele es sich um Beutekunst, die deshalb nicht verkauft werden dürfe.

Streit um einen Esel und eine Ratte: China argumentiert, diese beiden Figuren aus dem Nachlass Yves Saint Laurents seien Beutekunst.

(Foto: Foto: AP)

Ein Richter wollte ursprünglich am Mittag über den Streit befinden, vertagte die Entscheidung jedoch bis zum Abend. Die Versteigerung des Nachlasses des Modeschöpfers sollte noch am Montag beginnen.

Die Bronzeskulpturen eines Rattenkopfes und eines Kaninchens aus der Frühzeit der Qing-Dynastie (nach 1644) wurden nach chinesischen Angaben bei der Plünderung des einstigen Sommerpalasts am Stadtrand von Peking durch französische und britische Truppen im Jahr 1860 gestohlen. Damals ging in China der zweite Opiumkrieg zu Ende.

Die Bronzefiguren, deren Wert auf acht bis zehn Millionen Euro geschätzt wird, sollen bis Mittwoch zusammen mit hunderten weiteren Gegenständen aus dem Besitz des im vergangenen Jahr gestorbenen Modedesigners Saint Laurent versteigert werden. Im Angebot sind Objekte wie beispielsweise Gemälde von Goya, Picasso und Andy Warhol bis hin zu einem 4.000 Jahre alten ägyptischen Sarkophag.

Insgesamt 733 Kunstwerke und Designerstücke sind im Katalog aufgelistet. Es wird mit einem Gesamterlös bis zu 300 Millionen Euro gerechnet.

© AP/hai
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