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Lebensmittelskandal:Ikea stoppt Verkauf von Wilke-Aufschnitt

Ikea-Restaurant

Die Wurst vom Hersteller Wilke wurde auch an Ikea-Restaurants geliefert.

(Foto: Stephanie Pilick/dpa)
  • Auch Ikea-Restaurants haben ihren Kunden und Mitarbeitern Wurstwaren von Wilke angeboten.
  • Nach Aufforderung durch die Verbraucherorganisation Foodwatch hat das hessische Verbraucherschutzministerium am Montag eine Liste mit 1100 Produkten veröffentlicht, die aus der Wilke-Produktion kamen.
  • Die Behörden hatten die Produktion von Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren in der vergangenen Woche geschlossen, nachdem Listerien in den Produkten nachgewiesen worden und zwei Menschen gestorben waren.

Der Möbelkonzern Ikea ist vom Rückruf der keimbelasteten Fleischwaren des nordhessischen Wurstproduzenten Wilke betroffen. Über einen Großhändler habe Ikea Deutschland Wurst-Aufschnitt für Kunden- und Mitarbeiterrestaurants von diesem Hersteller erhalten, sagte eine Sprecherin des Möbelkonzerns. Zwei Menschen waren gestorben, nachdem sie mit Listerien befallene Wilke-Waren verzehrt hatten.

Ikea war nach eigenen Angaben am Mittwoch durch den Großhändler über die Schließung von Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH informiert worden. "Aus diesem Grund haben wir als Vorsichtsmaßnahme den Verkauf aller Produkte des Herstellers umgehend gestoppt", sagte die Sprecherin. Nicht betroffen sei das übrige Fleisch- und Wurstwaren-Sortiment aus dem Restaurant, dem Schwedenshop und dem Bistro. Mittlerweile gebe es einen neuen Lieferanten für Aufschnitt.

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Ein Fleischhersteller in Hessen muss die Produktion stoppen, weil in seinen Produkten Listerien nachgewiesen wurden.

Waren von Wilke werden mit zwei Todesfällen in Südhessen und 37 weiteren Krankheitsfällen in Verbindung gebracht. Mehrfach wurden Listerien-Keime in Wilke-Produkten nachgewiesen. Die Keime können für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sei. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hatte als Aufsichtsbehörde den Betrieb mit 200 Mitarbeitern am Dienstag vergangener Woche geschlossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.

Foodwatch hatte dem zuständigen Landkreis und dem Regierungspräsidium ein katastrophales Kirsenmanagement vorgeworfen. Am Wochenende hatte die Verbraucherorganisation den zuständigen Behörden ein Ultimatum gestellt, binnen 48 Stunden alle von Wilke belieferten Betriebe zu veröffentlichen. Anderenfalls wollte Foodwatch juristische Schritte einleiten. Die Organisation hatte zuvor gewarnt, dass Wilke-Produkte noch im Umlauf sein könnten. Am Freitag hatten etwa einige Reha-Patienten der Kölner Uniklinik trotz des Rückrufs noch Wilke-Wurstwaren bekommen.

Inzwischen hat das hessische Verbrauchenschutzminsterium über das Portal lebensmittelwarnung.de eine Liste mit zwölf Marken und eine weitere Liste mit 1100 Produkten veröffentlicht, in denen Zutaten enthalten sind, die von der Firma Wilke produziert wurden. Foodwatch kritisiert in einer Stellungnahme jedoch, dass es in der Liste widersprüchliche Angaben gibt und außerdem Angaben zu den Verkaufsstellen fehlen.

Listerien sind in der Natur häufig vorkommende Bakterien. Nur sehr wenige Menschen erkranken aber an der sogenannten Listeriose. Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Infektionskrankheit meist unauffällig oder nimmt einen harmlosen Verlauf mit grippeähnlichen Symptomen. Gefährlich ist die Infektion für abwehrgeschwächte Menschen.

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