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Winterstürme:Dutzende Kältetote in Europa

Viel Schnee auf im Süden Italiens.

(Foto: AFP)

Allein in Polen sind bereits 19 Menschen erfroren, in ganz Europa sind es 38. Besonders betroffen sind Obdachlose - aber auch Flüchtlinge wurden von der Kälte überrascht.

Die eisige Kälte macht nicht nur Deutschland zu schaffen, auch in anderen Teilen Europas kämpfen die Menschen mit den Temperaturen. Die Zahl der Kältetoten ist europaweit auf mindestens 38 gestiegen. Am stärksten betroffen ist Polen. Allein am Sonntag seien zehn Menschen tot aufgefunden worden, teilte das polnische Krisenzentrum RCB mit. Damit erfroren seit vergangener Woche bei Temperaturen von bis zu minus 25 Grad bereits 19 Menschen.

In Tschechien erhöhte sich die Zahl der Kältetoten auf sieben. Es handelte sich nach Behördenangaben vor allem um Obdachlose. In Serbien fielen die Temperaturen auf bis zu minus 33 Grad. Die Schifffahrt auf Donau und Save wurde eingestellt. In der Hauptstadt Belgrad suchten Flüchtlinge in einer Lagerhalle in der Nähe des Bahnhofs Zuflucht. "Niemand hilft uns, ich habe keine Ahnung, wie wird das ertragen sollen", sagte ein 16-jährige Afghane.

Geflohen aus Somalia und dem Irak, erfroren in Bulgarien

In Bulgarien erfroren seit Jahresbeginn neben mindestens drei Bulgaren auch drei Flüchtlinge - eine Frau aus Somalia und zwei Iraker. Als Grenzpolizisten die Frau fanden, war sie bereits tot. In einem anderen Fall starben wenige Tage später im Grenzgebiet zur Türkei zwei Männer aus dem Irak. Dorfbewohner entdeckten ihre Leichen in einem verschneiten Wald im Strandscha-Gebirge im Südosten.

Aus Italien wurden zwei Todesfälle gemeldet: Bei Brindisi wurde ein 82-jähriger Mann erfroren aufgefunden, in dessen Wohnung es keine Heizung gab. Ein 78-jähriger fiel kältebedingt in Ohnmacht und stürzte zu Tode.

In der Westukraine erfroren bei eisigen Temperaturen innerhalb eines Tages mindestens vier Menschen. Seit Jahresbeginn starben damit landesweit insgesamt mindestens acht Menschen bei Temperaturen bis zu minus 20 Grad. In Weißrussland kamen fünf Menschen in der Nähe von Minsk ums Leben, berichtete die Agentur Interfax. Die Temperaturen fielen am Wochenende zeitweise auf minus 30 Grad.

In der russischen Hauptstadt froren die Menschen bei knapp 30 Grad unter dem Nullpunkt, im Durchschnitt bis zu 15 Grad kälter als zu dieser Jahreszeit üblich. Laut Interfax starben in Moskau seit Jahresbeginn zwei Menschen wegen der Kälte.

In vielen europäischen Staaten wurde der Verkehr durch das harte Winterwetter beeinträchtigt, in Istanbul konnten weniger als 300 der sonst üblichen 1500 Flüge abgefertigt werden. Auch die Fährverbindungen zwischen dem europäischen und dem asiatischen Teil der Millionenmetropole Istanbul standen still.

© SZ.de/afp/dpa/lalse/dayk

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