Wetter:Neuschnee und Chaos auf den Straßen: Winterwetter bleibt

Lesezeit: 2 min

Ein Schneetief sorgte am Sonntag für ein Schneechaos in Oberfranken. (Foto: Bernd März/imago)

Ein Wintereinbruch führt in Teilen Deutschlands zu vielen Unfällen. Wie es in den kommenden Tagen weitergehen könnte.

Im Thüringer Wald und im Erzgebirge teilweise mehr als 20 Zentimeter Neuschnee, der Große Arber im Bayerischen Wald ist von einem halben Meter Schnee bedeckt: Der Winter ist in Teilen Deutschlands zurück, und auch die kommenden Tage dürfte es frostig bleiben, warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD).

"Nur mit Winterausrüstung befahrbar", ist auf einer Tafel unterhalb des Riedbergpasses im bayerischen Obermaiselstein zu lesen. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Am Wochenende führte der Wintereinbruch teils zu Chaos auf den Straßen. Wegen mehrerer Blitzeis-Unfälle wurde die Autobahn 8 südlich von München am Samstag voll gesperrt. Einige Fahrzeuge standen Polizeiangaben zufolge quer, ein Großaufgebot an Einsatz- und Rettungskräften war vor Ort. Auf der A70 in Oberfranken kam es bei Schneeglätte zu einer Massenkarambolage, etwa 20 Menschen wurden verletzt. Mehr als 20 Fahrzeuge, darunter Autos und ein Fernbus, waren einer Polizeisprecherin zufolge am Samstagmorgen an dem Unfall beteiligt.

Ein Hoch über dem Atlantik lässt arktische Kaltluft einströmen

Schnee-Spitzenreiter war am Sonntag eine Wetterstation im oberbayerischen Kreuth-Glashütte, wo 26 Zentimeter registriert wurden, wie der Diplom-Meteorologe Lars Kirchhübel vom DWD sagte. Auch die kommenden Tage bringen kaum mildere Verhältnisse. Nach Tiefstwerten in der Nacht von bis zu minus sechs Grad dürfte sich am Montag der Himmel wechselnd bis stark bewölkt zeigen.

Eiszapfen hängen von den Zweigen einer Fichte auf dem Brocken im Harz. (Foto: Matthias Bein/dpa)

An den Alpen fallen länger anhaltende Niederschläge, teils als Schnee bis in tiefere Lagen. Auto- und Radfahrer müssen sich etwa im Süden Bayerns auf glatte Straßen einstellen. Die Höchsttemperaturen am Montag liegen den Vorhersagen zufolge deutschlandweit bei drei bis elf Grad. In der Nacht zum Dienstag kann es wieder Frost bis minus sieben Grad geben.

Schneebedeckte Bäume bei Böhmenkirch, Baden-Württemberg. (Foto: Marius Bulling/dpa)

Ursache für den Wintereinbruch ist laut DWD ein blockierendes Hoch über dem Atlantik. Dieses lasse Tiefdruckgebiete von Norden her nach Mitteleuropa ziehen. "Auf ihrer Rückseite strömt mit nördlicher Strömung arktische Kaltluft ein, eine der kältesten möglichen Luftmassen", heißt es in einer Mitteilung.

In der kommenden Woche dürften die Schauer allmählich abflauen, dadurch werde es auch in den Gipfellagen der Mittelgebirge keinen nennenswerten Schnee mehr geben, so der DWD. Allerdings kann nachts weiterhin Frost herrschen. Die tiefen nächtlichen Temperaturen seien für die schon weit vorgedrungene Pflanzenwelt gefährlich, warnt Meteorologe Kirchhübel. "Vor allem gerade blühende Gewächse sind gefährdet und müssen geschützt werden."

Schnee auf den Blüten eines Apfelbaums auf der Schwäbischen Alb: Der Frost gefährdet die schon fortgeschrittene Vegetation. (Foto: Marius Bulling/dpa)

Der weitere Wettertrend zeigt eine allmähliche Erwärmung zum Monatsende, bei weiterhin wechselhaften Verhältnissen. Ein stabiles Hoch mit Sonnenschein und wieder deutlich wärmerer Luft, so der DWD, sei bisher nicht in Sicht.

Der späte Wintereinbruch relativiert etwas die bisherigen Temperaturrekorde im April. Die Mitteltemperaturen der ersten Monatshälfte hatten noch vier bis fast sieben Grad über dem langjährigen Durchschnitt gelegen. Mittlerweile sind die positiven Abweichungen laut DWD abgeschmolzen. Immer noch seien aber zwei bis vier Grad höhere Mittelwerte als sonst im April zu verzeichnen.

© SZ/dpa/cvei/mbec - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

SZ PlusKlimaziele
:Wie sich die Emissionen im Verkehr sehr wohl senken lassen

Deutschland kann seine Klimaziele im Verkehrssektor gar nicht erreichen? Und wenn dann nur mit Fahrverboten? Von wegen. Welche Maßnahmen es gibt und was die bringen würden.

Von Thomas Hummel und Vivien Timmler, Berlin

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: