bedeckt München 17°

Winnenden-Prozess:Vater bricht vor Gericht in Tränen aus

"Ich möchte mich für meine Fehler entschuldigen": Überraschend taucht der Vater des Amokläufers von Winnenden doch noch vor Gericht auf - und räumt eine Mitverantwortung ein.

Im Prozess um den Amoklauf in Winnenden hat der angeklagte Vater am Dienstag unter Tränen Fehler eingeräumt. "Ich fühle mich verantwortlich für meinen Sohn Tim und für die Fehler, die ich gemacht habe", sagte der 52-Jährige vor dem Landgericht Stuttgart. Der Sportschütze ging erstmals in dem Verfahren, das seit September läuft, persönlich auf die Hinterbliebenen ein: "All das tut mir leid. Dass sie ihre Kinder und Männer verloren haben, dafür möchte ich allen Hinterbliebenen mein Mitgefühl aussprechen", sagte er.

Winnenden-Prozess: Eltern vermissen Reue bei Vater des Amoklaeufers

Blumen und Kerzen vor der Albertville-Realschule ni Winnenden: Hier hatte Tim K. 2009 bei einem Amoklauf 15 Menschen und sich selbst erschossen. Zurzeit läuft in Stuttgart der Prozess.

(Foto: dapd)

Sein Sohn Tim K. hatte am 11. März 2009 bei einem Amoklauf an der Albertville-Realschule in Winnenden und in Wendlingen 15 Menschen und sich selbst erschossen. Der Unternehmer hatte eine seiner Pistolen unverschlossen aufbewahrt. Der Vater war im Oktober von seiner Anwesenheitspflicht im Verfahren entbunden worden. Der Versuch, ihn zur weiteren Teilnahme zu bewegen, war bis Dienstag ohne Erfolg geblieben.

Die als Nebenkläger vor Gericht vertretenen Hinterbliebenen der Opfer warfen dem Unternehmer vor, bisher keine Reue zu zeigen und auch kein persönliches Wort des Bedauerns an sie gerichtet zu haben. Durch seine lange Abwesenheit vor Gericht habe er ihre Gefühle mit Füßen getreten, hatten die Anwälte der Angehörigen zuletzt kritisiert.

Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Jahre Haft auf Bewährung wegen 15facher fahrlässiger Tötung gefordert, weil der Sportschütze eine seiner Pistolen unverschlossen im Schlafzimmer aufbewahrt hatte. Dem Vater werfen die Ankläger zudem fahrlässige Körperverletzung in 13Fällen und Verstoß gegen das Waffengesetz vor. dpa