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Williams zum zweiten Mal Vater:Robbie, das Riesenbaby

Robbie Williams Vater

Robbie Williams, hier bei der Bambi-Verleihung vor einem Jahr, muss überall eine Show abziehen - sogar im Kreißsaal, wo er über die Geburt seines Sohnes twittert.

(Foto: dpa)

Robbie Williams ist erneut Vater geworden. Das Familienglück dürfte dennoch bedroht sein. Selten hat sich ein Mann während der Geburt seines Kindes dämlicher aufgeführt.

Von Felicitas Kock

Man stelle sich vor, man sitzt hochschwanger in einem Krankenhausbett, heftige Wehen plagen den Körper und man weiß, dass man bald die höllischen Schmerzen einer Geburt durchleiden wird. An sich schon genug, was einer Frau in dieser Situation zugemutet wird. Ist der Vater des zu gebärenden Kindes anwesend, sollte er also alles dafür tun, es der werdenden Mutter so angenehm wie möglich zu machen.

Er soll mit ihr Atemübungen machen. Er soll ihr Wasser bringen und einen feuchten Lappen für die Stirn. Er soll mit ihr Runde um Runde über den Krankenhausflur laufen und ihr bei allem zustimmen, was sie sagt. Später soll er ihre Hand halten und wenn es sich nicht vermeiden lässt, darf er sogar in Ohnmacht fallen.

Was er nicht darf: Sich so verhalten, wie Robbie Williams bei der Geburt seines Sohnes in der Nacht zu diesem Dienstag. Wer sich mit dem Mann einlässt, weiß natürlich, dass es sich um einen Entertainer handelt - um einen egozentrischen Entertainer noch dazu. Doch wenn Ayda Field in der vergangenen Nacht nicht mehrmals in Gedanken die Scheidungspapiere angefordert hat, dann ist sie eine sehr starke Frau.

Robbie Williams singt:

Robbie Williams tanzt:

Robbie Williams spricht über den Sitz seiner Hose, als eine Wehe den Körper seiner Frau schüttelt:

Robbie Williams macht Fotos, um zu zeigen, dass es ihm gutgeht:

Und als wäre das alles nicht genug, stellt der Mann das Ganze auch noch ins Internet. Den ganzen Montag über kann die Welt teilhaben, wie sich der 40-Jährige im Krankenhaus langweilt. Wie er darunter leidet, dass nicht er im Mittelpunkt steht, sondern seine Frau. Und wie er sich deshalb seine eigene kleine Show baut.

Ein wenig hofft der Betrachter, dass alles eine Inszenierung ist. Dass das Paar die Episoden zu einem früheren Zeitpunkt aufgenommen hat und die Stunden vor der Geburt nur nachstellt. Vielleicht verbirgt sich hinter dem seltsamen Auftritt ja auch ein Stück subtile Gesellschaftskritik. Weil mittlerweile jeder Zweite die Nachricht von der Geburt seines Kindes über die sozialen Medien mitteilt.

Auf Presseanfragen, wo die Aufnahmen entstanden seien, antwortete die Sprecherin des Sängers ironischerweise, sie könne darüber keine Auskunft geben - es handle sich schließlich um eine private Angelegenheit.

© Süddeutsche.de/feko/olkl

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