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Wiesbaden:Bohrung löst mächtige Wasserfontäne aus

Bei einer Erdwärmebohrung neben dem hessischen Finanzministerium wird eine Wasserblase getroffen - 6000 Liter pro Minute quellen aus der Erde.

Bei Erdwärmebohrungen neben dem hessischen Finanzministerium in Wiesbaden ist ein riesiger Wasserschaden entstanden.

Fontaine Wasserblase Wiesbaden Finanzministerium dpa

6000 Liter Wasser quollen pro Minute aus der Tiefe

(Foto: Foto: dpa)

Bei den Bohrungen sei am Donnerstagabend in etwa 100 Metern Tiefe versehentlich eine unter Druck stehende Wasserblase angebohrt worden, sagte der städtische Pressesprecher Siggi Schneider.

Feuerwehrleute im Dauereinsatz

Eine Wasserfontäne sei viele Meter hoch aus dem Bohrloch in die Höhe geschossen. "Pro Minute treten dort 6000 Liter Wasser aus. Das Loch ist auch schwer zu schließen", sagte er am Abend.

"Wir müssen schauen, dass wir dieses Schadensereignis in den Griff bekommen", sagte der hessische Finanzminister Karlheinz Weimar am Freitag. Menschen seien zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen.

Feuerwehrleute versuchten am Freitag fieberhaft, das Bohrloch zu verschließen. Wie Siggi Schneider mitteilte, wurden mehr als 40 Kubikmeter Beton verfüllt. Anschließend sei das Wasser jedoch an drei neuen Stellen wieder an die Oberfläche gekommen.

Trotz aller Anstrengungen traten unaufhörlich große Mengen Wasser aus, die von der Feuerwehr in die Kanalisation geleitet wurden. Dabei wurde auch der eingesetzte Beton teilweise wieder ausgespült.

Wie der Sprecher des Finanzministeriums, Michael Scheerer, sagte, reduzierte sich die Wassermenge im Laufe des Tages auf 30 bis 40 Liter pro Minute. Es gelang jedoch zunächst nicht, die ungewollte Quelle zu verstopfen. Unter der Erdoberfläche gebe es offenbar in geringer Tiefe eine Kiesschicht, sagte Finanzminister Weimar. Daher könne sich das Wasser immer wieder an unterschiedlichen Stellen einen Weg an die Oberfläche suchen.

In Behördenkreisen hieß es am Freitag, es könne Tage dauern, bis das Bohrloch effektiv verstopft sei. Ein neues Bohrgerät wurde angefordert, mit dessen Hilfe die Fachleute unterhalb der wasserdurchlässigen Kiesschicht einen neuen Betonpfropfen anbringen wollten.

Die Erdwärmebohrung stand in Zusammenhang mit einem geplanten Anbau für das hessische Finanzministerium. Da der Bau hohen ökologischen Standards genügen solle, sei eine Erdwärmeheizung geplant gewesen, sagte Weimar. "Wir waren auf diese Situation nicht vorbereitet", sagte der CDU-Politiker: "Das ist ein einmaliger Vorgang." Es habe keine Hinweise auf die Wasserblase gegeben.

© dpa/AP/fvk/odg/grc
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