Wiener Opernball Rauchfrei und wenig Promis

Tatjana Gsell statt Andie MacDowell, DJ Ötzi statt Gerhard Schröder: Anders als in den Vorjahren konnte das größte gesellschaftliche Ereignis der Donaumetropole diesmal kaum mit internationalen Größen aufwarten. Schön war es trotzdem.

Die Flutkatastrophe in Asien warf ihren düsteren Schatten auch über die Luxusfeier in der Staatsoper. Abgesagt hatten zahlreiche internationale und sogar einige österreichische Politiker. Auch die Prominenz der bayerischen CSU mied die Teilnahme in Hinblick auf die Opfer der verheerenden Flut.

Durften den Ball wie jedes Jahr eröffnen: die Debütanten

(Foto: Foto: dpa)

Doch die 4.700 Gäste aus aller Welt genossen sichtlich Glanz und Glamour, den die Veranstalter Veranstalter des 49. "Ball der Bälle" in den prunkvollen Sälen und Logen für sie ausgebreitet hatten.

Zu den Höhepunkten des Abends gehörten die Auftritte der Mezzosopranistin Elina Garanca aus Lettland und des argentinischen Tenors Marcelo Alvarez.

Erschienen waren neben austriakischer Prominenz wie DJ Ötzi erstmals Ferfried Prinz von Hohenzollern (61) und seine Partnerin Tatjana Gsell. Sie luden Reporter Stunden vor dem Ball ins Wiener Grandhotel, um ihnen - so die Ankündigung - eine moderne Version des berühmten "Love-Ins" von John Lennon und Yoko Ono zu präsentieren.

Doch ging es den beiden weniger um den Weltfrieden. "Lasset uns den Opernball einfach in Frieden genießen", sagte Prinz Ferfried - zugedeckt im Bett sitzend. Kaum Aufsehen erregte der "Überraschungsgast", den der Wiener Bauunternehmer Richard "Mörtl" Lugner wie jedes Jahr für ein beträchtliches Honorar als "Begleiterin" an die Donau gebeten hatte.

Ein Kleid, zu dünn für Unterwäsche

Gerri Halliwell, bekannter als Ex-Spicegirl, flog kurz vor dem Ball ein, den der Wiener Zeremonienmeister nach dem üblichen Ritual am späten Abend mit seinem traditionellen Ruf "Alles Walzer" eröffnete. Viel habe die blonde Sängerin ja leider nicht gesagt, klagte "Mörtl" nach Halliwells Begegnung mit der Presse.

Immerhin hauchte Gerri den Reportern die Worte "Wien ist so schön" entgegen. Mehr Aufsehen sollte da schon Lugners Ehefrau Christina, genannt "Mausi" erregen.

Ihr hauchdünnes Abendkleid mit einem knappen Bikini-Oberteil sei so eng, dass sie es ohne Unterwäsche tragen müsse, verriet sie Medienvertretern.

Nur ein paar Farbbeutel und Steinschleudern

Das Opernhaus erstrahlte im üblichen Glanz: 50.000 Blumen und Pflanzen im überwiegend kräftigen Orange sorgten für die Dekoration des Walzerfests, zu dem die Gäste wie immer in Frack und langem Abendkleid erscheinen mussten.

Nur wenige Besucher, die bis zu 12.000 Euro für eine Loge zahlten, störten sich an dem strikten Rauchverbot, das Staatsoperndirektor Ioan Holender im Dezember überraschend für den Ball ausgesprochen hatte.

Ungebrochen war auch in diesem Jahr das internationale Interesse an dem "Ball der Bälle". Selbst das chinesische Fernsehen reiste an, denn erstmals tanzte ein junges chinesisches Paar beim Eröffnungswalzer der Debütanten mit. Besondere Aufmerksamkeit erwartete allerdings auch die 19-jährige Sabine Kropatsch aus Wien, die trotz ihrer Behinderung durch das Down-Syndrom bei der Eröffnung mittanzen sollte.

Die sonst üblichen Proteste gegen das Top-Ereignis der Wiener High Society blieben in diesem Jahr fast aus.

Die Polizei meldete am frühen Freitagmorgen lediglich 20 Protestierende rund um die Staatsoper. Die Beamten fanden lediglich ein paar Dutzend potenzieller Demonstranten, denen sie schnell Farbbeutel, Brandsätze und Steinschleudern wegnahm. In den Vorjahren war es zu teils heftigen Demonstrationen linker Gruppen gegen die luxuriöse Nabelschau der High Society.

Bildstrecke

Wiener Opernball 2005