Tief "Axel" Wetterdienst erwartet Dauerregen

Das regnerische Wetter vom Montag setzt sich fort.

(Foto: dpa)
  • In Thüringen hat es bereits Überschwemmungen gegeben, die Lage dort bleibt angespannt.
  • Meteorologen warnen vor heftigen Regenfällen von Südniedersachsen über Osthessen, Westthüringen, Baden-Württemberg bis nach Bayern.
  • Über Berlin zog am Montag ein kurzes, aber heftiges Gewitter hinweg. Die Feuerwehr rückte zu zahlreichen Einsätzen aus.

Tief Axel bringt in den kommenden Tagen immer neue Schauer nach Deutschland. Vielerorts drohen Hochwasser. Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) erwarten heftige Regenfälle von Südniedersachsen über Osthessen, Westthüringen, Baden-Württemberg bis nach Bayern. Es deute sich eine "brisante Dauerregenlage" an. Besonders viel soll es an den Alpen regnen. Schneeschmelze könnte die Lage noch verschärfen.

Der DWD gab für mehrere Landkreise der betroffenen Bundesländer sowie für Teile Sachsen-Anhalts Unwetterwarnungen heraus und warnte zudem vor Hochwasser. Die größte Hochwassergefahr besteht demnach im Allgäu. In Bayern besteht im Landkreis Rosenheim und an der mittleren und unteren Isar Hochwassergefahr, dort kann im weiteren Verlauf auch Meldestufe 3 am Pegel München nicht ausgeschlossen werden.

In Thüringen hat es bereits Hochwasser gegeben und die Lage bleibt angespannt. Dort bereiten sich die Einsatzkräfte auf weitere Überschwemmungen vor. "Wir gehen davon aus, dass die Pegelstände gravierend ansteigen", sagte ein Sprecher der Rettungsleitstelle des Ilm-Kreises. In der Region fielen in einer Stunde bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter. Straßen waren überflutet, in einem Ortsteil sicherten Einsatzkräfte einen Gastank, der wegzuschwimmen drohte.

Erst im Laufe des Mittwochs soll der Regen nachlassen. Bis dahin könnten bis zu 80 Liter Regen pro Quadratmeter niedergehen, im Allgäu sogar mehr als 100 und bis zu 180 Liter. In mehreren bayerischen Landkreisen - darunter Mühldorf am Inn, Unter- und Ostallgäu sowie Passau und Bad Kissingen - wurden Hochwasserwarnungen ausgesprochen. Auch bei kleineren Gewässern und Wildbächen seien rasch ansteigende Wasserstände zu erwarten, hieß es.

Berlin: Im gesamten Stadtgebiet fielen einige Ampeln aus

Der DWD rechnet zunächst auch noch mit einigen teils schweren Gewittern. Bei Höchstwerten zwischen 13 und 20 Grad regnet es am Dienstag viel, besonders im Süden droht Starkregen. Im Osten sind mit Sonne bis zu 24 Grad drin. Am Mittwoch drohen in der Osthälfte und an den Alpen noch einige Schauer und einzelne Gewitter. Sonst ist es häufig trocken bei 14 bis 22 Grad. Am Donnerstag soll dann ein Zwischenhoch vorerst für Entspannung sorgen - aber: "Eine stabile Hochdruckwetterlage ist derzeit noch nicht in Sicht."

Auch Berlin ist von Unwettern betroffen: Am Montag zog ein kurzes, aber heftiges Gewitter über die Stadt hinweg. Die Feuerwehr rückte zu zahlreichen Einsätzen aus, es blieb aber bei kleineren Schäden, wie ein Sprecher am Abend sagte. Wegen der zahlreichen Anrufe rief die Behörde aber am späten Nachmittag zeitweise den Ausnahmezustand aus. Das bedeutet, dass Einsätze je nach Wichtigkeit bearbeitet werden, nicht nach der Zeit der eingehenden Notrufe. Die Feuerwehr bat die Berliner, sich um kleinere Schäden wie voll gelaufene Keller oder Garagen selber zu kümmern, sagte ein Sprecher der Einsatzkräfte. Am südlichen Stadtrand gerieten durch Blitzeinschlag zwei Einfamilienhäuser in Brand, Verletzte gab es aber nicht, wie ein Feuerwehr-Sprecher sagte. Die Brände waren schnell gelöscht.

Auf einzelnen Straßenbahn- und S-Bahnstrecken führte der starke Gewitterregen zu Verspätungen und Ausfällen. Betroffen waren nach Angaben der Berliner Verkehrsbetriebe mehrere Straßenbahnlinien. Am Flughafen Tegel wurde die Abfertigung kurz unterbrochen. Auf dem Flughafen Schönefeld kam es wegen des Gewitters zu Verzögerungen.Im gesamten Stadtgebiet fielen einige Ampeln aus, wie die Verkehrsinformationszentrale mitteilte.

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