Wetter Tief "Kitty" verordnet dem Spätsommer eine Pause

Letzte Sprünge in der Abendsonne: Das Schwimmbad in Stuttgart-Möhringen.

(Foto: imago/7aktuell)
  • Das Hoch "Gerd" hat Deutschland am Wochenende eine Hitzewelle beschert wie seit Jahrzehnten nicht in den letzten Augusttagen.
  • Doch für den Montag erwarten Meteorologen einen Temperatursturz.

Der Rekord für den bisher heißesten Tag dieses Jahres geht ins Saarland: 37,9 Grad wurden im Saarbrücker Stadtteil Burbach an diesem Samstag gemessen und die Chancen stehen gut, dass das kleinste deutsche Bundesland in diesem Jahr temperaturmäßig nicht mehr übertrumpft wird. Die Zeit der großen Hitze dürfte spätestens Anfang der kommenden Woche beendet sein.

Verantwortlich für das heiße Spätsommerwetter war Hoch Gerd. Es brachte weiten Teilen Deutschlands Temperaturen von mehr als 30 Grad. "Das war schon sehr ungewöhnlich", sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach. In Nordrhein-Westfalen gab es nach Angaben des DWD in den vergangenen 80 Jahren Ende August keine vergleichbare Periode von fünf heißen Tagen.

Hitze macht Fußballern zu schaffen

Fast im ganzen Land hatten die Behörden Hitzewarnungen ausgegeben. Lediglich die Küstenregion blieb davon ausgenommen. In Sachsen-Anhalt wurde die zweithöchste Waldbrandstufe erreicht. In Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Berlin und Brandenburg wurden die Ozon-Schwellenwerte mehrfach überschritten. Die Behörden rieten, anstrengende Tätigkeiten im Freien zu vermeiden.

Mit den Temperaturen hatten auch die Fußballer zum Auftakt der Bundesliga zu kämpfen. "Es war Wahnsinn in der Hitze", sagte der Stürmer Bas Dost vom VfL Wolfsburg nach dem 2:0-Auswärtssieg seines Teams in Augsburg. "Die Temperaturen waren grenzwertig. Ich verstehe die DFL nicht, warum sie die Spiele nicht auf abends verlegt", meinte Gonzalo Castro von Borussia Dortmund nach dem Spiel gegen Mainz 05. Mehrere Schiedsrichter hatten den Spielern zusätzliche Trinkpausen gewährt.

Doch für den Montag erwarten die Wetterforscher einen Temperatursturz: Fast überall in Deutschland gehen mit Beginn der neuen Woche die Temperaturen schlagartig um acht bis zehn Grad zurück. Verantwortlich dafür ist Tief Kitty, das über den Ärmelkanal und die Nordsee zur Ostsee zieht und kühlere Luft vor sich hertreibt.

Bereits für den Sonntag sagt der DWD für den Südosten kräftige Gewitter mit Hagel und schweren Sturmböen voraus. Am Abend regnet es vor allem in einem Streifen von Mecklenburg bis nach Unterfranken. In Hamburg hat ein Unwetter mit Sturmböen, Blitzen und Starkregen, das zwei Stunden über der Stadt niederging, große Schäden angerichtet. Blitze setzten zwei Dachstühle in Brand. Unterführungen liefen voll und Kreuzungen standen unter Wasser, wie die Feuerwehr meldete. Die Helfer mussten zu etwa 140 Einsätzen ausrücken. Der Flughafen Hamburg sagte nach Angaben einer Sprecherin mehrere Flüge ab.

Die Deutsche Bahn stellte den Regionalverkehr zwischen Lüneburg und Lübeck vorübergehend ein, nachdem ein Baum auf die Gleise gestürzt war. Der Sturm riss auch in anderen Teilen Norddeutschlands Äste ab und Bäume um: Die Bahn stellte den Regionalverkehr zwischen Lüneburg und Lübeck vorübergehend ein, nachdem ein Baum auf die Gleise gestürzt war. Die stärkste Böe wurde mit 82 Kilometern pro Stunde im mecklenburgischen Boizenburg gemessen.

Am Montag setzt sich das turbulente Wetter fort. Lokal können der Prognose zufolge mehr als 30 Liter Regen pro Quadratmeter in kurzer Zeit fallen. Mit Unwettern sei jedoch nicht flächendeckend zu rechnen, heißt es von Meteorologen.

Dem DWD zufolge soll die Abkühlung aber nicht lange anhalten. Bereits bis Mitte der Woche soll es wieder verbreitet sommerlich werden, mit Temperaturen von etwa 25 Grad, im Süden teilweise auch darüber.

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