bedeckt München 13°

Wetter - Offenbach am Main:Bauern schauen besorgt aufs warme Winterwetter

Hannover/Bremen (dpa/lni) - Mit Tageshöchstwerten bis zwölf Grad wird auch der Freitag in Niedersachsen und Bremen für einen Januartag erneut ungewöhnlich warm und sonnig. Zurückzuführen ist dies auf ein Sturmtief über dem Südteil des Europäischen Nordmeers, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Dieses lenke ungewöhnlich milde Luft in weite Teile Deutschlands. Von Rekordtemperaturen wollte eine DWD-Expertin zunächst nicht sprechen: "In Hannover hatten wir zum Beispiel am 15. Januar 1975 maximal 14 Grad - an diesem Mittwoch waren es nur 12,7 Grad."

Die ungewöhnlich warmen Temperaturen mitten im Winter und die weiterhin noch nicht wieder aufgefüllten Wasserreserven im Boden beunruhigen indes die Landwirte. "Jeder Gartenbesitzer und jeder, der mit offenen Augen durch die Natur geht, kann feststellen, wie ungewöhnlich weit die Vegetation in ihrem Entwicklungsstadium bereits ist", sagte Landvolkvizepräsident Ulrich Löhr am Donnerstag. So fingen etwa Hasel und Erle als Boten des Vorfrühlings bereits an zu blühen.

Die Ackerbauern sorgen sich um die Felder, wo im Herbst Wintergetreide wie Weizen oder Gerste und Winterraps ausgesät wurden. Diese Kulturen benötigten für ihre Entwicklung einen Kältereiz und sollen jetzt noch nicht mit dem Wachstum loslegen. "Sind sie im Wuchs ihrer Zeit voraus, dann können späte Fröste ihnen Schaden zufügen", erklärt Löhr. Allein um die 600 000 Hektar haben die Landwirte in Niedersachsen mit Winterweizen oder Wintergerste bestellt, auf weiteren 80 000 Hektar steht Winterraps.

Am Donnerstag war es landesweit bis zu zehn Grad warm, in der Nacht zum Freitag sollte es nach Angaben der Wetterexperten auf 6 Grad abkühlen und örtlich sogar in Bodennähe frieren. Am Freitag könnte es aber bis zu zwölf Grad warm werden. Am Wochenende wird es laut DWD-Prognose kühler: Der Samstag werde bewölkt und es gebe örtlich Schauer bei milden 7 Grad, in den Höhen des Harzes sogar nur 3 Grad. An der See wehe teils stark böiger Wind. Und in der Nacht fallen die Temperaturen - dieses Mal auf 0 bis 3 Grad, im Harz werden wieder Minustemperaturen erreicht.

Zur SZ-Startseite