Weltrekord-Stunt auf dem Hochseil Nik Wallenda balanciert über Seitenschlucht des Grand Canyon

Weltrekord in schwindelerregender Höhe: Auf einem Drahtseil und ohne Sicherung überquert der Hochseilartist Nik Wallenda eine 457 Meter tiefe Seitenschlucht des berühmten Naturwunders. Zuschauer weltweit bangen knapp 23 Minuten lang mit.

Der US-Amerikaner Nik Wallenda hat als erster Mensch eine tiefe Schlucht am Grand Canyon auf einem Hochseil überquert. Er legte die 425 Meter lange Strecke in schwindelnder Höhe in knapp 23 Minuten zurück. Der 34-jährige Hochseilartist war nicht gesichert. Bei einem Sturz hätte er 457 Meter tief in die Schlucht des Little Colorado River fallen können.

Es handelt sich bei der überquerten Schlucht nicht um den Grand Canyon. Die von Millionen Touristen besuchte Schlucht im Grand Canyon National Park ist viele Kilometer breit, zudem wäre dort der riskante Drahtseilakt nicht erlaubt gewesen. Stattdessen balancierte Wallenda über einen Seitenarm auf dem Gelände eines Navajo-Indianerreservats im US-Staat Arizona.

Starke Winde hätten ihm zu schaffen gemacht, sagte der Extrem-Akrobat nach dem spektakulären Lauf. Der tiefgläubige Familienvater sprach bei der Überquerung pausenlos Gebete. Mit seinem Vater war er über ein Mikrofon verbunden. Am Körper trug er Kameras, die spektakuläre Bilder von der tiefen Schlucht zeigten. Der erste Blick in den Abgrund war "atemberaubend", sagte er später auf festem Grund.

Zweimal hielt Wallenda auf dem Seil an und kniete kurz nieder, um auf diese Weise stärkere Schwankungen des Seils zu bremsen. Nach einem gleichmäßigen, konzentrierten Balanceakt legte er die letzten Meter in schnellen Schritten zurück. Am Ziel angekommen fiel er zu Boden und küsste die Erde. Er wurde von seiner Frau, eine Artistin wie er, sowie den drei gemeinsamen Kinder im Alter zwischen neun und 15 Jahren im Empfang genommen.

Rekordlauf: Nik Wallenda 457 Meter über dem Grand Canyon

(Foto: REUTERS)

Nach Angaben der Organisatoren dauerte der Drahtseilakt genau 22 Minuten und 54 Sekunden. Das Spektakel auf dem Gelände eines Navajo-Indianerreservats im US-Bundesstaat Arizona wurde vom Discovery Network live in viele Länder übertragen. Die Übertragung wurde um einige Sekunden verzögert, um im Ernstfall abschalten zu können.

Der in Florida lebende Akrobat, der zur siebten Generation der Artistenfamilie "Flying Wallendas" gehört, wollte mit dem riskanten Lauf seinen Urgroßvater Karl Wallenda ehren. Der gebürtige Magdeburger war 1978 im Alter von 73 Jahren von einem Hochseil zu Tode gestürzt.