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"Me Too"-Affäre:Weinstein soll 44 Millionen Dollar Entschädigung zahlen

  • Die Zivilklagen gegen Harvey Weinstein sollen Medienberichten zufolge gegen Zahlung von 44 Millionen Dollar fallengelassen werden.
  • Mehr als 80 Frauen werfen dem früheren Hollywood-Produzenten sexuelle Übergriffe vor - der Strafprozess gegen ihn beginnt voraussichtlich im September.

Der wegen sexueller Übergriffe beschuldigte frühere Hollywood-Produzent Harvey Weinstein hat sich Medienberichten zufolge außergerichtlich mit mutmaßlichen Opfern und Geldgebern auf Entschädigungszahlungen in Höhe von 44 Millionen Dollar geeinigt. Darüber hatten zuerst das Wall Street Journal und die Los Angeles Times berichtet.

Der LA Times zufolge sollen davon 30 Millionen Dollar direkt an mutmaßliche Übergriffsopfer, Geldgeber der inzwischen insolventen Filmproduktionsgesellschaft The Weinstein Company sowie frühere Angestellte fließen. Die verbleibenden 14 Millionen Dollar seien für Prozesskosten vorgesehen. Die Vereinbarung ist eine rein zivilrechtliche Angelegenheit. Dem Bericht zufolge sollen die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen sein. Der Deal hat keinen Einfluss auf anhängige Strafverfahren gegen Weinstein.

Die Zahlungen übernehmen sollen offenbar Versicherungsgesellschaften, unter anderem in Zuge ihrer Haftungspflicht als frühere Versicherer der Produktionsfirma.

Insgesamt mehr als 80 Frauen werfen ihm sexuelle Übergriffe vor, darunter Ashley Judd, Rose McGowan, Angelina Jolie, Gwyneth Paltrow und Cara Delevingne. Die zahlreichen Anschuldigungen, zu denen auch Vergewaltigungsvorwürfe zählen, waren der Auslöser für die "Me Too"-Debatte.

Der Strafprozess gegen den 67-Jährigen soll im September in Manhattan beginnen. Weinstein hat sich hinsichtlich der Vorwürfe gegen ihn nicht schuldig bekannt und streitet jeglichen nichteinvernehmlichen Geschlechtsverkehr ab.

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Die Aufarbeitung der sexuellen Gewalttaten von Harvey Weinstein kommt nicht recht voran - auch, weil Weinstein seine Anwälte wechselte. Sie berieten auch schon eine der Frauen, die ihm sexuelle Übergriffe vorwerfen.   Von Johanna Bruckner