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Weihnachtsdebatte in USA:Welche Hautfarbe hat Santa?

Children present their wishes to a man dressed as Santa Claus at a local park during Christmas activities in New York

So stellt sich zumindest die Werbeindustrie Santa Claus vor: ein weißer Mann mit Rauschebart.

(Foto: REUTERS)

Santa ist Santa, darin dürften sich die Kinder in aller Welt einig sein. In einer Talkshow des US-Nachrichtensenders Fox News eröffnete eine Moderatorin nun eine Debatte um die Hautfarbe des Weihnachtsmannes.

Wie der alte Mann mit den roten Apfelbäckchen, dem dicken Bauch und weißen Rauschebart aussieht, wissen die Kinder in aller Welt spätestens seit der Coca-Cola-Werbung. Seit 1931 veröffentlicht der Limonaden-Hersteller in jedem Jahr vor Weihnachten Reklame mit einem in Rot gekleideten, hellhäutigen Santa Claus, der mit dem Rentier-Schlitten über den Himmel jagt, durch den Schornstein kommt und braven Kindern nachts Geschenke bringt. Weihnachten ist das Fest der Liebe und doch streiten sich die Traditionalisten in jedem Jahr wieder: Verdrängt Santa Claus den Nikolaus? Und was ist eigentlich mit dem Christkind?

Eine Talksendung hat in den USA jetzt zu diesem Thema eine völlig neue Debatte entfacht: Beim konservativen Nachrichtensender Fox News sprachen Journalisten über das Buch einer afroamerikanischen Autorin, die sich als Kind ausgeschlossen fühlte, weil Santa Claus überall als weißer alter Mann dargestellt wird. Die Moderatorin Megyn Kelly betonte in ihrer Sendung "The Kelly File": "An alle Kinder, die zu Hause zuschauen: Santa ist einfach weiß." Nur weil die Autorin sich von einem Bild beeinträchtigt fühle, müsse man das nicht verändern. "Jesus war auch ein weißer Mann, eine historische Figur. Das ist Fakt", fügte sie hinzu.

Santa Claus in rassistischem Kontext

In den US-Medien erntete sie dafür wechselweise Spott, Häme und Empörung, nicht nur, weil sie das bisher irgendwie unschuldige Bild von Santa Claus knapp eine Woche vor Weihnachten in einen rassistischen Kontext rückte, sondern auch, weil sie mit ihrer Aussage zu Jesus einen Standpunkt vertreten hat, der dem längst etablierten Konsens unter Historikern und Theologen widerspricht. Zwar wird Jesus in vielen westlichen Darstellungen als hellhäutig dargestellt, aber ein Mann in Israel vor 2000 Jahren hatte höchstwahrscheinlich eine dunkle Hautfarbe.

Die Autoren der US-Satiresendung Saturday Night Live trafen die Posse um Santas Hautfarbe in der jüngsten Sendung auf den Punkt: Der afro-amerikanische Schauspieler Kenan Thompson gab Santa Claus, der zu Besuch in die Sendung kam, um ein für allemal klarzustellen, dass er natürlich schwarz sei. "Ich bin überrascht, dass die Menschen nie annahmen, ich sei schwarz. Haben Sie je einen weißen Mann in einem knallroten Anzug gesehen?", fragte Thompson.

Den Kindern dürfte es letztlich egal sein, welche Hautfarbe Santa hat und ob der Weihnachtsmann die Geschenke bringt oder das Christkind, solange Heiligabend oder in den USA an Christmas Day die erhofften Päckchen unterm Baum liegen. Und eines zumindest ist klar: Der Heilige Nikolaus stammte aus Myra, das im damaligen Römischen später Byzantinischen Reich lag, nahe des heutigen Antalya. Dieser heilige Mann ist also strenggenommen Türke.