Weibliche Amokläufer Ein Amoklauf ohne Todesopfer

Stark alkoholisiert war eine 28-jährige Amokläuferin in Halberstadt. Sie verletzte im Februar 2007 drei Personen mit einem Messer. Die Polizei konnte sie schließlich festnehmen. Vor der Tat soll sie zu Bekannten gesagt haben: "Ich geh' jetzt los und stech' jemanden ab." Die Frau war der Polizei als gewalttätig bekannt, Vorstrafen hatte sie jedoch keine.

Im Februar 2008 erschoss die 23-jährige Schwesternschülerin Latina Williams zwei ihrer Kommilitoninnen am Louisiana Technical College in Baton Rouge. Anschließend tötete sie sich selbst.

Keine Todesopfer forderte der versuchte Amoklauf der 16-jährigen Tanja O. am Albert-Einstein-Gymnasium im rheinischen Sankt Augustin im Mai 2009. Das Mädchen betrat ihre Schule mit Molotowcocktails, einer Gaspistole und einem Samurai-Schwert bewaffnet. Auf der Toilette wurde sie von einer Mitschülerin überrascht, die mit Schreien auf sich aufmerksam machen konnte. Tanja O. verletzte sie mit dem Schwert an der Hand. Danach attackierte sie einen durch die Rufe alarmierten Lehrer, der sich und die verletzte Schülerin ins Lehrerzimmer retten konnte.

Tanja O. versuchte daraufhin, sich mit der Gaspistole in den Kopf zu schießen, flüchtete jedoch nahezu unverletzt aus der Schule. Sie fuhr mit der Straßenbahn nach Köln und stellte sich dort schließlich der Polizei. In Internetforen hatte sich das Mädchen das Pseudonym "Tim K." gegeben - nach dem Amokläufer von Winnenden. Sie wurde zu fünf Jahren Jugendhaft verurteilt, inzwischen aber in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

Drei Professoren erschoss eine Amokläuferin im Februar 2010 an der Universität von Alabama in Huntsville. Die 45-jährige Biologieprofessorin Amy Bishop Anderson eröffnete während eines Fakultätstreffens plötzlich das Feuer auf sechs ihrer Kollegen. Die Biologin konnte festgenommen werden, als sie die Hochschule verließ. Ihre Waffe hatte sie auf der Damentoilette gelassen. Als mögliches Motiv nannte die Hochschule, dass der Forscherin kurz vor der Tat eine Festanstellung verwehrt wurde.

Nach ihrer Verhaftung ergaben sich Hinweise auf ein weiteres, lange zurückliegendes Verbrechen. 1986 erschoss Bishop Anderson ihren 18-jährigen Bruder Seth. Sie sagte damals aus, der Schuss habe sich beim Entladen der Schrotflinte versehentlich gelöst. Inzwischen geben Polizei und Justizbehörden jedoch zu, 1986 nicht sorgfältig ermittelt und dem Mädchen trotz zahlreicher Ungereimtheiten geglaubt zu haben. Falls Amy Bishop Anderson schuldig gesprochen wird, droht der Mutter von vier Kindern die Todesstrafe.

Finnland unter Schock

Der Amoklauf von Kauhajoki