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Wegen TV-Reportage: Fergie drohen in der Türkei mehr als 20 Jahre Haft

Muss Sarah Ferguson wegen eines gutgemeinten Films hinter Gitter? Die Herzogin von York hatte vor drei Jahren für eine TV-Dokumentation heimlich in türkischen Waisenhäusern gefilmt. Nun hat die Staatsanwaltschaft Ankara die 52-Jährige deswegen verklagt - ihr drohen mehr als 20 Jahre Haft.

Sie scheint immer alles falsch zu machen - selbst wenn Sarah Ferguson, genannt Fergie, die besten Absichten hat. 2008 drehte die für ihre Skandale berüchtigte Ex-Frau von Prinz Andrew für einen britischen Fernsehsender eine Reportage über die Zustände in türkischen Kinderheimen. Doch anstatt damit einen Kontrapunkt in ihrer bis dato skandalreichen Vita zu setzen, macht die 52-Jährige nun erneut Negativschlagzeilen: Denn die Staatsanwaltschaft Ankara hat Anklage gegen die Herzogin von York erhoben und fordert eine Haftstrafe von mehr als 20 Jahren.

Vor drei Jahren reiste Fergie für den britischen Sender ITV in die Türkei. Begleitet wurde sie von ihren Töchtern Beatrice und Eugenie sowie einem Fernsehteam. Das Ziel der Gruppe: Kinderheime in Istanbul und Ankara. Die Bilder, die die royalen Reporterinnen von dort mitbrachten, belegten desaströse Zustände: Die Kinder waren kahlgeschoren und verwahrlost; einige offensichtlich behinderte Kinder, waren an Stühle gefesselt.

Royals auf geheimer Mission

Der entstandene Film trug den Titel Duchess and Daughters: Their Secret Mission, zu deutsch: Die Herzogin und ihre Töchter: ihre geheime Mission. Denn Fergie war als Undercover-Reporterin mit Perücke und Kopftuch unterwegs. Diese Tatsache bringt die 52-Jährige nun in Bedrängnis. Die betroffenen staatlichen Institutionen hatten die Herzogin nach Ausstrahlung des Beitrags angezeigt - nun hat die Staatsanwaltschaft in Ankara Anklage erhoben.

Die Behörde wirft der Britin die Verletzung der Persönlichkeitsrechte von fünf Kindern vor, die in den Aufnahmen zu sehen waren. Die Staatsanwälte fordern eine Haftstrafe von 22 Jahren und sechs Monaten. Wann der Prozess beginnen soll, blieb zunächst unklar.

Ohnehin: Ferguson dürfte kaum vor Gericht erscheinen. Die von der Türkei geforderte Auslieferung der Herzogin hatte die britische Regierung im Jahr 2009 abgelehnt. Die Türkei warf Fergie vor, das internationale Image des Landes in den Schmutz ziehen zu wollen.

Ein Sprecher der Herzogin zeigte sich überrascht von der neuen Wendung: Ferguson habe in dem Fall stets mit den türkischen und britischen Behörden zusammengearbeitet und sei nach Unterrichtung durch das britische Innenministerium davon ausgegangen, dass die Angelegenheit erledigt sei.

Fergie war von 1986 bis 1996 mit Prinz Andrew verheiratet, dem zweitgeborenen Sohn der britischen Königin Elisabeth. Sie hatte in den vergangenen Jahren mehrmals mit peinlichen Auftritten für Aufsehen gesorgt und war mindestens einmal selbst Opfer von Aufnahmen mit versteckter Kamera: Vor zwei Jahren wurde sie heimlich dabei gefilmt, wie sie einem Journalisten des inzwischen eingestellten Boulevardblattes News of the World anbot, für umgerechnet 600.000 Euro den Kontakt zu ihrem royalen Ex-Gatten herzustellen.

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