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Washington:Riesenpanda Mei Xiang bringt Zwillinge zur Welt

Panda Mei Xiang gives birth to twins in Washington

Tierärzte des Smithsonian's National Zoo vermessen eines der zwei Panda-Babys.

(Foto: dpa)
  • In Washington hat sich eine seltene Tiergeburt ereignet: Pandabärin Mei Xiang brachte Zwillinge zur Welt.
  • Erst am Mittwoch hatte der Smithsonian's National Zoo die Schwangerschaft entdeckt.
  • Mei Xiang hatte in der Vergangenheit eine Totgeburt erlitten, eines ihrer Babys starb kurz nach der Geburt.

Riesenpanda-Zwillinge in Washington geboren

Selbst die rennommierte New York Times widmet dieser Meldung aus dem Tierreich eine eigene Geschichte, prominent platziert auf der Startseite. Was war passiert? Im Zoo von Washington wurden am Samstag gleich zwei Riesenpanda-Babys geboren. Von der Zwillingsgeburt wurde offenbar selbst der Zoo überrascht: Er hatte die Schwangerschaft von Pandabärin Mei Xiang erst am Mittwoch entdeckt und im Vorfeld nur von einer Geburt gesprochen.

Mei Xiang brachte am Samstagnachmittag (Ortszeit) zunächst ein Junges zur Welt und etwa fünf Stunden später ein zweites, wie die Verwaltung des Smithsonian's National Zoo mitteilte. Das erste winzige Jungtier wurde um 17.35 Uhr (Ortszeit, 23.35 Uhr MESZ) geboren. Das Kleine ist momentan nur etwa so groß wie eine Maus und noch ohne Fell. Mei Xiang nahm das Panda-Baby zärtlich auf. Wenige Stunden später, um 22.07 Uhr Ortszeit, gebar die Panda-Dame ein zweites Jungtier, wie der Zoo über den Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte.

Zoodirektor Dennis Kelly hatte sich bereits nach der ersten Geburt begeistert gezeigt. Zwar sei das Junge sehr empfindlich, "aber wir wissen, dass Mei eine tolle Mutter ist", erklärte er. Der Zoo hatte die Panda-Geburt live per Video gezeigt. Kurz nach Bekanntgabe der ersten Geburt brach die Echtzeit-Übertragung aus dem Gehege zusammen, möglicherweise wegen der Vielzahl an Zuschauern, wie der Zoo erklärte.

Der Smithsonian's National Zoo in Washington übertrug die Geburt live per Video.

(Foto: AFP)

Zwei mögliche Väter

Mei Xiang war im April künstlich mit dem Sperma des in einer Panda-Forschungsstation in China lebenden Männchens Hui Hui sowie mit dem ihres Zoo-Mitbewohners Tian Tian befruchtet worden. DNA-Tests sollen später zeigen, wer der Vater der Jungtiere ist. Auch das Geschlecht der Kleinen ist noch nicht bekannt. Die Tierärzte rechnen damit, dass Wochen vergehen könnten, bis sie die Jungtiere eingehend untersuchen können.

Mei Xiangs Gehege soll in den nächsten zwei Wochen für das Publikum gesperrt bleiben, um der frischgebackenen Mutter Ruhe zu gönnen. Überwachungskameras sollen Neugierigen jedoch einen Blick auf Mutter und Jungtiere ermöglichen.

Die Pandabärin hatte bereits 2005 ein Junges zur Welt gebracht, das nach China gebracht wurde. 2012 gebar sie ebenfalls ein Junges, das aber nur sechs Tage überlebte. Vor zwei Jahren brachte Mei Xiang dann das Panda-Baby Bao Bao zur Welt - den heutigen Publikumsliebling der Zoobesucher. Wenige Stunden nach der Geburt von Bao Bao hatte Mei Xiang eine Totgeburt. Erst vor wenigen Tagen hatte eine Pandabärin im Zoo von Malaysia ein Junges zur Welt gebracht.

Eine der am stärksten bedrohten Tierarten der Welt

Riesenpandas sind sehr selten. Der Große Panda gehört zu den am stärksten bedrohten Tierarten der Erde. In China leben staatlichen Medien zufolge noch 1864 Tiere in freier Wildbahn. Den Tieren, die als notorische Sexmuffel bekannt sind, setzt der Verlust ihres natürlichen Lebensraums zu. Deshalb spielt ihre Zucht für das Überleben ihrer Gattung eine wichtige Rolle.

© SZ vom 24.08.2015/AFP/jobr/fie
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