Zum Start einer erneuten Hitzewelle in Frankreich spitzt sich die Waldbrandgefahr im Süden des Landes zu. Inzwischen sind 10 000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Betroffen sind 26 Ortschaften in einem Gebirgsmassiv westlich von Perpignan, wo die Flammen sich mittlerweile durch 4600 Hektar Fläche gefressen haben, wie die Präfektur des Departements Pyrénées-Orientales mitteilte. Ein Feuerwehrmann sowie ein Anwohner wurden schwer verletzt.
Die Präfektur rief die Menschen in der betroffenen Region dazu auf, die Straßen vollständig für die Feuerwehrkräfte freizuhalten und nicht in die Häuser zurückzukehren, um dort Besitz in Sicherheit zu bringen. Für Firmen, deren Beschäftigte nicht zur Arbeit kommen können, soll eine Kurzarbeitsregelung getroffen werden.
Brand bremst Tour de France aus
Der ausufernde Brand führte auch zu einer Anpassung der dritten Etappe der Tour de France, die am Montag durch die betroffene Region verläuft und nun ohne Zuschauer und Werbekarawane unterwegs sein wird. „Der Waldbrand von außergewöhnlichem Ausmaß, der derzeit in den Pyrénées-Orientales wütet, erfordert einen massiven Einsatz der Mittel zur Waldbrandbekämpfung unserer Feuerwehr, aber auch der inneren Sicherheitskräfte und aller staatlichen Stellen“, sagte Präfekt Regnault de la Mothe. „Die absolute und ganz klare Priorität ist natürlich der Schutz der Bevölkerung, des Eigentums und der Naturräume sowie die Eindämmung des Brandes.“
Wer sich nicht an die Einschränkungen halte, müsse mit einem Bußgeld rechnen. Der staatliche Wetterdienst Météo France warnte für größere Teile Frankreichs vor einer hohen Brandgefahr. Für sieben Departements im Südosten wurde die höchste Warnstufe Rot verhängt, während in 41 weiteren Departements eine hohe Waldbrandgefahr besteht. Auch in anderen Regionen Frankreichs brachen bereits Wald- und Vegetationsbrände aus.
Auch in Griechenland, Portugal und Spanien kämpften Feuerwehren am Wochenende gegen Großbrände. In der Nähe von Thessaloniki im Norden des Landes sind eine Recyclinganlage und eine Textilfabrik in Brand geraten. Aus der Recyclinganlage stieg dichter Rauch auf. Aus Sorge vor giftigen Gasen riefen Behörden die Einwohner auf die Fenster geschlossen zu halten.

Im Norden Portugals wurde ein seit Donnerstag wütender Waldbrand bei Vouzela nach Angaben der Behörden weitgehend unter Kontrolle gebracht. Die Flammen haben dort mindestens 13 000 Hektar Land vernichtet.

In einem Naturschutzgebiet nahe der spanischen Costa Brava zerstörte ein Waldbrand mehr als 2200 Hektar Vegetation. Einsatzkräfte konnten das Feuer größtenteils eindämmen. Die Situation sei aber nach wie vor angespannt.

Auch in Deutschland steigt die Gefahr: In der Nacht zum Dienstag sollen zwar Wolkenfelder durchziehen. Es bleibe aber trocken. Laut den Warnkarten auf der DWD-Homepage steigen die Gefahren für Waldbrände und brennendes Grasland – teils auf die höchste Stufe.

