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Vorwurf des sexuellen Missbrauchs:Ermittlungen gegen Odenwald-Lehrer eingestellt

Die Schüler wurden befragt, Anhaltspunkte für strafbare Handlungen gibt es jedoch keine: Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen einen Lehrer der Odenwaldschule wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch eingestellt. Ein weiterer Vorwurf ist aber noch nicht vom Tisch.

Die Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern gegen einen ehemaligen Lehrer der Odenwaldschule eingestellt. Schüler hatten sich über den Mann beschwert und verdächtige Beobachtungen gemeldet. Daraufhin hatte die Staatsanwaltschaft Darmstadt Ermittlungen aufgenommen.

Alle Schüler, die als mögliche Opfer in Betracht gekommen seien, seien befragt worden, teilte die Staatsanwaltschaft nun mit. Sie hätten "unterschiedliche Verhaltensweisen" des Lehrers geschildert, die Vernehmungen hätten jedoch "keine Anhaltspunkte für strafbare Missbrauchshandlungen des Lehrers ergeben", sagte ein Sprecher.

Zu bewerten, ob der Lehrer gegen die Grundsätze der Schule verstoßen habe, sei nicht Aufgabe der Behörde, sagte er weiter. "Die Grenze von strafbaren Handlungen ist nicht überschritten worden."

Die Ermittlungen gegen den kürzlich fristlos entlassenen Lehrer wegen des Verdachts des Besitzes von Kinderpornografie gehen aber weiter. Der 32-Jährige hatte zugegeben, Kinderpornos aus dem Internet heruntergeladen zu haben.

Die als Reformschule für ihre alternativen Bildungsansätze bekannte Odenwaldschule war 2010 in die Schlagzeilen geraten, als aufgedeckt wurde, dass dort jahrzehntelang Kinder sexuell missbraucht worden waren. Die hessische Privatschule hatte eine öffentliche Entschuldigung abgegeben und konsequente Aufarbeitung versprochen.

In dem neuen Fall sehen sich die Aufsichtsbehörden nicht ausreichend informiert. Die Schule erhielt deshalb strengere Auflagen. Es wurde unter anderem vereinbart, dass die Einrichtung den Behörden jeden Monat schriftlich einen Bericht vorlegen muss. Die Schule soll zudem ihre Präventions- und Interventionskonzepte überarbeiten.

© dpa/bero/jasch
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