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Vorwurf der Vergewaltigung:Grand Jury klagt Ex-Filmmogul Weinstein an

  • Für Harvey Weinstein wird die Luft dünner. Eine Grand Jury treibt das Verfahren gegen den früheren Produzenten wegen Sexualverbrechen voran.
  • Das Gremium befindet: Die vorliegenden Beweise reichen für einen Prozess aus.
  • Weinstein streitet nach wie vor alle Vorwürfe ab.

Der ehemalige Filmmogul Harvey Weinstein ist wegen Vergewaltigung und sexuellen Fehlverhaltens angeklagt worden. Die Entscheidung einer Grand Jury in Manhattan bedeutet, dass sich der 66-Jährige erstmals wegen entsprechender, seit Monaten im Raum stehender Anschuldigungen vor Gericht verantworten muss.

Bezirksstaatsanwalt Cyrus R. Vance Jr. sagte, die Anklage bringe den früheren Blockbuster-Produzenten nun "einen weiteren Schritt näher zur Rechenschaft". Eine Grand Jury wird eingeschaltet, um Beweise in möglichen Verbrechensfällen zu prüfen und zu entscheiden, ob Anklage erhoben werden soll. Das Verfahren erfolgt hinter verschlossenen Türen.

Zahlreiche Frauen haben Weinstein sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Der Staatsanwaltschaft zufolge geht es um Vorfälle aus den Jahren 2013 und 2004. Klägerinnen sind zwei Frauen. Neben Vergewaltigung wird Weinstein erzwungener Oralsex vorgeworfen. Die Ermittlungen liefen seit Monaten.

Weinsteins Anwalt Benjamin Brafman hatte am Freitag betont, sein Klient sei unschuldig. Den Vergewaltigungsvorwurf nannte Brafman "absurd". Vor und nach dem angeblichen Übergriff im Jahr 2013 hätten Weinstein und die öffentlich nicht identifizierte Klägerin eine einvernehmliche Beziehung gehabt. Weinstein sei zuversichtlich, seinen Ruf ins Reine zu bringen, sagte der Anwalt.

Gegen Zahlung einer Millionen-Kaution war der Produzent auf freien Fuß gekommen, er muss aber ein Überwachungsgerät tragen. Für den 30. Juli steht ein neuer Gerichtstermin an, der durch die Anklage möglicherweise aber vorgezogen werden könnte.

© SZ.de/ap/dpa/joku/bix
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