Vorfall in US-Labor Schlamperei mit tödlichen Anthrax-Sporen

In den USA sind gefährliche Anthrax-Erreger aus einem abgesicherten Labor in mehrere Abteilungen der Gesundheitsbehörde CDC gelangt. 75 Menschen könnten mit den Sporen in Berührung gekommen sein.

In Laboren der US-Gesundheitsbehörde Centers for Desease Control (CDC) sind möglicherweise 75 Wissenschaftler mit lebenden Anthrax-Erregern in Berührung gekommen. Das hat die Behörde in einer knappen Stellungnahme mitgeteilt. Die Sporen, welche die Infektionskrankheit Anthrax - auch Milzbrand genannt - auslösen können, gehören zu den tödlichsten der Welt.

Schuld an dem Vorfall ist allem Anschein nach eine gefährliche Schlamperei innerhalb der Behörde. Forscher in einem stark abgesicherten Labor hätten die Sporen nicht vorschriftsgemäß abgetötet, berichtet der britische Guardian. Danach sollen Proben an andere Labore weitergegeben worden sein, die nicht für den Umgang mit den lebenden Bakterien ausgestattet sind.

Wie die Behörde mitteilte, wurde der Fehler am Abend des 13. Juni entdeckt. Danach seien sofort sämtliche Mitarbeiter informiert worden, die mit den Erregern in Kontakt gekommen sein könnten.

"Bislang hat noch kein Mitarbeiter Symptome der Anthrax-Krankheit gezeigt", hieß es von Seiten des CDC. Normalerweise treten erste Symptome fünf bis sieben Tage nach der Infektion auf - manchmal aber auch deutlich später. Die betroffenen Personen müssen sich nun einer 60-tägigen Behandlung mit Antibiotikum unterziehen.

Noch ist nicht ausgeschlossen, dass die Weitergabe der Milzbranderreger absichtlich passierte. Der Vorfall wird untersucht. Nach den Anschlägen am 11. September 2001 hatten mehrere US-Medien und Politiker Briefe erhalten, die Anthrax-Sporen enthielten. Mehr als zwanzig Menschen wurden infiziert, fünf starben. Bis heute ist unklar, wer für die tödliche Post verantwortlich war.