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Verschwundene Maschinen:Sulawesi 2007 - Verwirrung um indonesische Passagiermaschine

Indonesien 2007: Adam-Air-Flug KI574 von Surabaya nach Manado

Am 1. Januar 2007 verschwand ein Passagierflugzeug der indonesischen Billig-Airline Adam Air mit 102 Passagieren bei stürmischen Wetter vor der Westküste der Insel Sulawesi. Es folgte eine ausgedehnte Suche, um die verschwundene Boeing 737 zu orten:Tausende Soldaten durchkämmten den Dschungel auf der Insel, Flugzeuge suchten das Gebiet aus der Luft ab, Schiffe kreuzten im Pazifischen Ozean.

Zwei Tage nach dem Unglück kursierte die Meldung, das Wrack sei in einer abgelegenen Bergregion gefunden worden. 90 Menschen seien gestorben, zwölf hätten überlebt. Ihr Zustand sei jedoch kritisch, hieß es von Seite der indonesischen Behörden. Der Kommandant eines Luftwaffenstützpunktes bestätigte diesen Bericht einer örtlichen Rundfunkstation. Daraufhin wurden Hunderte Rettungskräften in das Gebiet geschickt, fanden aber keine Spuren des Wracks. Noch am selben Tag nahmen die Behörden die Information zurück - und gaben zu, dass es sich nur um Gerüchte gehandelt hatte.

Bis schließlich erste Wrackteile der Maschine im Meer gefunden wurden, dauerte es zehn Tage. Damit war auch die letzte Hoffnung der Angehörigen zerstört, dass das Flugzeug im Dschungel notgelandet sein könnte. Weitere drei Wochen später lokalisierte ein amerikanisches Schiff die beiden Flugschreiber, die sogenannten Black Boxes, vor der Küste von Sulawesi. Bis sie ausgelesen werden konnten, verging ein weiteres halbes Jahr, da zunächst weder die Fluggesellschaft noch die indonesische Regierung die Kosten für die Bergung aus fast 2000 Metern Tiefe übernehmen wollten.

Am 25. März 2008 legte die indonesische Untersuchungskommission ihren Abschlussbericht zu dem Unglück vor. Die Auswertung der Black Boxes ergab, dass die Schuld an dem Absturz zumindest teilweise bei den Piloten gelegen hatte. Sie seien durch Probleme mit dem Navigationssystem abgelenkt gewesen und hätten dann mehrere falsche Entscheidungen getroffen. Das Flugzeug muss wegen zu hoher Geschwindigkeit noch in der Luft auseinander gebrochen und in Einzelteilen im Meer versunken sein.