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Verschwundene Maschinen:Wenn Flugzeugunglücke Rätsel aufgeben

Flug AF 447

Ein Wrackteil der abgestürzten Air-France-Maschine AF 447 wird am 8. Juni 2009 von einem Rettungsteam der brasilianischen Marine im Atlantik geborgen.

(Foto: dpa)

Immer wieder sind in dem vergangenen Jahrzehnten Flugzeuge einfach verschwunden. Manchmal wurden die Maschinen noch gefunden - andere Fälle blieben für immer ungelöst.

Java-See zwischen Indonesien und Malaysia, Dezember 2014, Air Asia Flug QZ8501

Am 27. Dezember verschwindet ein Airbus A320-200 der Air Asia mit 162 Menschen an Bord auf halbem Weg von Indonesien nach Singapur vom Radar. Der Pilot des Flugs QZ8501 hatte zuvor um eine Kursänderung gebeten, um schlechtem Wetter auszuweichen. Doch die wurde ihm wegen des dichten Flugverkehrs in der Region nicht gewährt.

Die indonesischen Behörden gehen davon aus, dass die vermisste Maschine ins Meer gestürzt ist. Das Wrack sei möglicherweise bereits auf den Boden der Javasee gesunken. Doch eine konkrete Spur gibt es noch nicht. "Wir haben keinerlei Informationen über den Verbleib des Flugzeugs", räumte der Chef der Transportsicherheitsbehörde ein.

Indischer Ozean, März 2014: Malaysia Airlines Flug MH370

Es ist das wohl mysteriöseste Unglück der Luftfahrtgeschichte. Eine Maschine der Malaysian Airlines mit 239 Menschen an Bord verschwand am 8. März auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking. Um 1:21 Uhr Ortszeit bricht der Kontakt zur malaysischen Flugsicherung ab. Zu einem späteren Zeitpunkt wird die Maschine noch von einem Militärradar geortet. Vermutlich fliegt sie noch sieben Stunden weiter, wie aufgefangene Satellitensignale nahelegen.

Doch was genau in den entscheidenden Momenten an Bord passiert ist: niemand weiß es. War es eine Entführung, Sabotage, Terrorismus? Ist jemand ins Cockpit eingedrungen? Wollte einer der Piloten Suizid begehen? Gab es einen Kabelbrand an Bord, der alle bewusstlos machte?

Keine einzige Frage ist noch Monate nach dem mysteriösen Verschwinden beantwortet. Ohne Wrack, ohne Flugdatenschreiber sei nichts zu machen, sagen die malaysischen Ermittler. Es wird mit Flugzeugen, Schiffen und unbemannten U-Booten im Indischen Ozean 2000 Kilometer westlich von Australien nach Wrackteilen gesucht. Doch niemand hat bisher auch nur den winzigsten Hinweis auf eine abgestürzte Maschine gefunden.

Südamerika 2009: Air-France-Flug AF 447 von Rio de Janeiro nach Paris

Erste Wrackteile des Unglücksflugzeugs gefunden
Indonesien

Erste Wrackteile des Unglücksflugzeugs gefunden

Zehn Tage nach dem Verschwinden eines Adam Air-Jets sind erste Wrackteile der Boeing 737 im Meer gefunden worden. Unklar bleibt, ob das Flugzeug über dem Meer oder dem Land abgestürzt ist.

Noch gut in Erinnerung ist das bange Warten auf Informationen über den Absturz eines Air-France-Flugzeuges in der Nacht zum 1. Juni 2009. 228 Menschen befanden sich an Bord der Maschine, die kurz nach Mitternacht mitteleuropäischer Zeit in Rio de Janeiro startete und am nächsten Vormittag in Paris landen sollte. Gegen vier Uhr nachts verschwand das Flugzeug, das gerade eine Gewitterzone über dem Atlantik durchquerte, plötzlich vom Radar. Bevor der Funkkontakt abbrach, sendete die Maschine mehr als 20 automatische Fehlermeldungen an die Air-France-Zentrale in Paris, einen Notruf aus dem Cockpit gab es aber nicht.

Fünf Tage wurde nach dem Flugzeug gesucht, dann entdeckten Einsatzkräfte zwei Leichen, mehrere Gepäckstücke und Teile des Wracks. Die Black Box blieb dagegen lange Zeit verschwunden, die Unglücksursache fast zwei Jahre lang ein Rätsel. Vier großangelegte Suchaktionen mit Tauchrobotern und Tiefsee-Sonargeräten lieferten keine Ergebnisse, bis im April 2011 ein Großteil des Wracks in 4000 Metern Tiefe auf dem Boden des Atlantiks geortet wurde.

Bei der Auswertung der Flugdaten und des Stimmrekorders wurde schnell klar, dass - wie bereits kurz nach dem Absturz angenommen - die Sensoren ausgefallen waren, die für die Messung der Geschwindigkeit zuständig sind. Die Geräte waren vereist und hatten den Piloten falsche Daten geliefert, der Autopilot war infolgedessen ausgefallen. Dass diese Sensoren fehleranfällig waren, war lange zuvor bekannt.

Aus dem Abschlussbericht des französischen Amts für Flugunfalluntersuchung (BEA) geht hervor, dass die Piloten falsch reagiert hatten. Zur Fehleinschätzung der Situation könnte beigetragen haben, dass sich der Pilot zum Schlafen zurückgezogen und das Kommando an den weniger erfahrenen Co-Piloten übergeben hatte. Erst eineinhalb Minuten nach dem Ausfall der Geschwindigkeitssysteme kam der Pilot zurück ins Cockpit, erfasste die Situation zu spät und konnte die Katastrophe nicht mehr verhindern.