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Vom Boygroup-Genie zum Betrüger:Schuld und Bühne

Lou Pearlman

Pearlman hatte im Gefängnis Zugang zu Fernseher und Radio in einem Gemeinschaftsraum. Dort verfolgte er, welche Pop-Bands momentan erfolgreich sind. Um selbst Musiker zu casten, war er auf eine ungewöhnliche Technik angewiesen: Mitarbeiter spielten ihm Gesangsproben über das Telefon vor.

(Foto: Emiliano Ponzi)

Der Gründer der Backstreet Boys hat Tausende Menschen um ihr Geld betrogen - und wurde zu 25 Jahren Haft verurteilt. Vom Gefängnis aus wollte er seine Schuld mit den Einnahmen einer neuen Boyband begleichen. Nun ist er überraschend gestorben. Wir haben ihn kurz zuvor besucht.

Von Till Krause, SZ-Magazin

Diese Geschichte ist eine traurige Premiere. Zum ersten Mal seit Gründung des SZ-Magazins ist die Hauptperson einer Reportage in der kurzen Zeit gestorben, in der ein Heft schon gedruckt, aber noch nicht erschienen ist. Lou Pearlman, der Gründer der Backstreet Boys, den unser Redakteur im März im Gefängnis in Florida getroffen hat, starb am 19. August im Alter von 62 Jahren, vermutlich an den Folgen einer Herz-Operation. Wir wollen die Geschichte trotzdem veröffentlichen, weil wir glauben, dass sie auch über Pearlmans Tod hinaus interessant ist - als letzter Einblick in das Leben eines Mannes, der viel erreicht und doch viel Leid verursacht hat. Wir haben die Geschichte unverändert gelassen - nur am Ende haben wir einen Absatz darüber ergänzt, wie einer der Macher von Pearlmans potentieller neuer Band auf seinen Tod reagiert.

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