Vogel des Jahres: RotkehlchenHabemus Vogel!

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Ein Rotkehlchen erkennt fast jeder, doch schon beim Gesang müssten die meisten wohl passen.
Ein Rotkehlchen erkennt fast jeder, doch schon beim Gesang müssten die meisten wohl passen. Julian Stratenschulte/dpa

Die Basisdemokratie ist auch im Vogelwahlwesen angekommen: Zum ersten Mal wählten nicht Experten, sondern die Bevölkerung: Gewonnen hat das Rotkehlchen.

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Die Mikrobe des Jahres ist schon gewählt, genau wie die Joghurt-Sorte des Jahres. Jetzt war also der Vogel dran. Und während die Entscheidung in früheren Jahren Expertinnen und Experten vorbehalten war, durfte diesmal zum ersten Mal die Bevölkerung über die Frage abstimmen. Früher ernannten der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV) den Vogel einfach, nun ist die Basisdemokratie auch im Vogelwahlwesen angekommen.

Bis 19.30 Uhr am Freitagabend konnten Vogelfreudinnen und -freunde ihre Stimme auf einer extra eingerichteten Homepage abgeben. Per Livestream wurde die Verkündung übertragen. Die Wahlbeteiligung lag dem Nabu zufolge bei über 455 000 Menschen.

Am Ende ging das Rotkehlchen als Sieger hervor - und trägt nun den Titel schon zum zweiten Mal: 1992 war es auch zum Vogel des Jahres gekürt worden. Laut Nabu leben in Deutschland 3,4 bis 4,3 Millionen Brutpaare, der Bestand sei derzeit nicht gefährdet. Das Rotkehlchen gilt zwar als sehr niedlich, kann aber durchaus ein Rabauke sein, wenn es darum geht, das eigene Revier zu verteidigen.

Zehn Finalisten, bald nur noch fünf

Zur Wahl standen im Finale außerdem die folgenden neun Arten: Rauchschwalbe, Kiebitz, Feldlerche, Stadttaube, Haussperling, Blaumeise, Eisvogel, Goldregenpfeifer und Amsel. Die zehn Finalisten hatten sich im vergangenen Jahr in der Vorrunde unter den 307 in Deutschland verbreiteten Vögeln durchgesetzt.

Der erste "Vogel des Jahres" war 1971 übrigens der Wanderfalke. Im vergangenen Jahr trug die Turteltaube den Titel. Die "Vögel des Jahres" sind immer Botschafter für ein größeres Naturschutzthema. Das Rotkehlchen soll in diesem Jahr Botschafter für mehr Vielfalt in den Gärten sein.

"Wir haben uns sehr über die Wahlbeteiligung gefreut", sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Es sei ein Experiment gewesen, das geglückt sei. Künftig werde die Bevölkerung den "Vogel des Jahres" immer aus fünf Vogelarten wählen dürfen, kündigte er an.

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Seite Drei über den Vogel des Jahres
:Hört, hört

Muss das sein, dass jetzt auch der Vogel des Jahres von Nichtexperten gewählt wird? Ja, denn es geht um mehr als deutsches Preisgehubere. Letztlich geht's ums Überleben. Wie wär's denn mit der Amsel?

SZ PlusVon Holger Gertz

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