Nach der Explosion mit einem Toten und vier Verletzten in einer Unterführung im saarländischen Völklingen steht ein 45-Jähriger unter Mordverdacht. Laut Staatsanwaltschaft Saarbrücken hat er dem späteren Todesopfer ein Paket mit einem Sprengsatz zukommen lassen. Der 32-Jährige habe das Paket dann in der Nacht zum Samstag in dem Glauben geöffnet, es enthalte Betäubungsmittel – wobei es zur Explosion kam.
Der 45-Jährige aus dem Raum Saarbrücken wurde laut Staatsanwaltschaft in seiner Wohnung festgenommen. Am Mittwochabend erging Haftbefehl. Er sitzt nun in Untersuchungshaft.
Am Samstag, 18. April, waren gegen 0.15 Uhr bei der Polizei mehrere Notrufe wegen eines lauten Knalls eingegangen. Eine Person soll laut um Hilfe geschrien haben. In der Unterführung fanden die Beamten die fünf Männer. Für einen 32-Jährigen kam jede Hilfe zu spät, die vier anderen Männer erlitten schwere Verletzungen. Die Polizei richtete eine Sonderkommission ein. Zwei der Männer schwebten noch Anfang der Woche in Lebensgefahr.
Der Getötete und der Beschuldigte haben sich laut Staatsanwaltschaft gekannt. Wann der Tatverdächtige seinem Opfer das Paket hat zukommen lassen, sei nicht bekannt.
Gegen den 45-Jährigen laufen Ermittlungen wegen des dringenden Verdachts des Mordes, versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung in vier Fällen. Ihm werden Heimtücke und die Verwendung eines gemeingefährlichen Mittels vorgeworfen – beides sind Mordmerkmale. Die Staatsanwaltschaft wollte keine weiteren Details nennen, etwa zum verwendeten Sprengmittel sowie zu den genaueren Hintergründen der Tat, um die Ermittlungen nicht zu gefährden.

