Virginia:Charlottesville-Opfer wollte mit Protest ein Zeichen setzen

Eskalation nach Rassisten-Demo in den USA

In Charlottesville errichteten Trauernde eine provisorische Gedenkstätte für die getötete Heather Heyer.

(Foto: dpa)

Angehörige der 32-jährigen Heather Heyer beschreiben sie als Aktivistin, die sich regelmäßig für Benachteiligte einsetzte. Nach ihrem Tod beteiligen sich Tausende im Netz an einer Spendenaktion.

Von Leonie Gubela

Die junge Frau, die am Samstag nach einer Kundgebung von Rechtsextremisten in Charlottesville um Leben kam, war eine engagierte Aktivistin gegen Rassismus. Arbeitskollegen und Freunde haben sich in den Medien zu Wort gemeldet und beschreiben die 32-jährige Heather Heyer als meinungsstarke Person, die sich leidenschaftlich für Benachteiligte einsetzte.

Die Rechtsanwaltsgehilfin hatte mit Gegendemonstranten ausgelassen das Ende des Neonazi-Aufmarschs gefeiert, als ein Autofahrer in die Gruppe raste und sie erfasste. 19 weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Eine Freundin Heyers rief kurz darauf im Internet zu einer Spendenaktion für die Familie des Opfers auf. "Sie starb, während sie tat, was richtig ist", schrieb Felicia Correa auf der Crowdfunding-Website. Innerhalb von zwei Tagen gaben zahlreiche Menschen insgesamt über 200 000 US-Dollar.

Für Heyer sei Aktivismus mehr gewesen, als nur vor dem Computer zu sitzen, erzählte eine Arbeitskollegin der New York Times. Sie hatte die 32-Jährige auf die Proteste begleitet und wurde Zeugin, wie ihre Mitdemonstrantin starb.

Man müsse rausgehen und die Dinge in die Hand nehmen, so Heyers Motto. Ihre Mitmenschen habe sie immer wieder dazu aufgefordert, sich gesellschaftlich zu engagieren. "Sie war sehr selbstbewusst und setzte sich gegen jede Form der Diskriminierung ein", sagte ihr Chef Alfred A. Wilson den Medien. "Es ging ihr um Gleichberechtigung und das machte sie auch deutlich."

Er beschrieb sie zudem als sehr emotionalen Menschen, dem Ungerechtigkeiten besonders nah gegangen seien. "Sie saß oft weinend an ihrem Arbeitsplatz, wenn sie in den Nachrichten Erschütterndes gelesen oder gesehen hatte." Mit ihrer Teilnahme an der Gegendemonstration habe sie ein Zeichen gegen Nationalisten und Ku-Klux-Klan-Sympathisanten in ihrer Stadt setzen wollen.

Am Sonntagabend veranstalteten Angehörige und Freunde in Charlottesville eine Mahnwache für die Verstorbene.

© sz.de/lgu/feko/dd
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