Polnischer Minister bestätigt Fund von Nazi-Zug "Zu 99 Prozent sicher"

An der Bahnstrecke bei Walbrzych soll der Zug in einem Stollen versteckt sein.

(Foto: dpa)
  • Vor einer Woche hatten ein Deutscher und ein Pole den Fund eines 1945 verschwundenen Nazi-Zugs in Niederschlesien gemeldet.
  • Nach Angaben des polnischen Vize-Kulturministers deuten Geo-Radaraufnahmen darauf hin, dass es sich tatsächlich um den gepanzerten Zug handelt.
  • Unklar ist allerdings weiter, was er geladen hat.

Gerüchte halten sich seit Jahrzehnten

Der polnische Vize-Kulturminister Piotr Zuchowski ist sich "zu 99 Prozent" sicher, dass in Polen ein gepanzerter Zug aus der Nazi-Zeit gefunden wurde. Er habe auf Geo-Radarfotos den über hundert Meter langen und unter Erde vergrabenen Zug gesehen, sagte er. Zuchowski gehe davon aus, dass sich möglicherweise wertvolle Fracht in dem Zug befinde.

In Polen halten sich seit Jahrzehnten hartnäckig Gerüchte um einen verschwundenen Nazi-Zug voller Gold und Schmuck. Vor wenigen Tagen hatten polnische Behörden bestätigt, dass ein Pole und ein Deutscher die Entdeckung eines gepanzerten Nazi-Zugs in der Gegend von Walbrzych (Waldenburg) in Niederschlesien gemeldet hätten.

Kanonen sind im Geo-Radarbild zu sehen

Vize-Kulturminister Zuchowski, der auch Polens oberster Denkmalschützer ist, sagte nun: "Die Tatsache, dass es ein gepanzerter Zug ist, legt nahe, dass es in seinem Inneren Objekte von Wert geben kann." In dem Zug könnten "Kostbarkeiten, Kunstwerke, sogar Archive sein, von deren Existenz wir wussten, ohne dass sie gefunden wurden". Es könnten aber auch "gefährliche Gegenstände" dort sein. Grabungen am Fundort müssten daher von Spezialisten vorgenommen werden, darunter auch Sprengmeister, falls der Zug vermint sei. Es gebe bislang keine "überprüfbaren" Informationen zur Ladung.

Die Geschichtsexpertin Joanna Lamparska hatte zuvor der Nachrichtenagentur AFP gesagt, dass die zwei Entdecker des Zuges bei den polnischen Behörden angegeben hätten, in dem Zug befänden sich "Edelmetalle, Wertgegenstände und Industriematerialien". Zudem habe der Zug Kanonen an Bord gehabt.

Laut Zuchowski sind auf den Geo-Radarbildern, die die Erde durchdringen können und den Zug sichtbar machen, tatsächlich Kanonen und Aufbauten zu sehen. Die Bilder seien von guter Qualität. Nach seiner Ansicht hatte seit dem Zweiten Weltkrieg "niemand Zugang" zu dem Zug. Gefunden worden sei der Nazi-Zug nun, weil eine Person "auf dem Sterbebett" Informationen zum Versteck des Zuges weitergegeben und dazu eine Skizze angefertigt habe.

Der Fundort ist geheim

Die polnischen Behörden halten den genauen Fundort des Zuges bisher geheim. Bekannt ist lediglich, dass er in der Gegend von Walbrzych in Niederschlesien stehen soll. Dort gibt es eine Reihe unterirdischer Stollen, die die Nazis unter dem Codenamen "Riese" hatten bauen lassen. Geschützt vor Luftangriffen der Alliierten sollten dort ursprünglich Waffen produziert werden.

In der Gegend sollen aber am Ende des Zweiten Weltkriegs auch zwei Sonderzüge der Nazis verschwunden sein. Zuchowski hatte bereits am Donnerstag Schatzsucher vor möglichen Minen in dem Zug gewarnt. Nach seinen Worten ist derzeit in der Gegend um Walbrzych eine "verstärkte Aktivität von Schatzsuchern" zu beobachten. Tatsächlich waren am Freitag dutzende Neugierige entlang der Gleise bei Walbrzych unterwegs. Den beiden Findern des Zuges stünden zehn Prozent Finderlohn zu, erklärte der Vize-Kulturminister. Sie wollen anonym bleiben.

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