Verschollener Malaysia-Airlines-Flug Geld von Konten mehrerer MH370-Passagiere verschwunden

Es fehlen 25 000 Euro von den Konten von vier MH370-Passagieren. Das Geld war auf ein anderes Konto überwiesen - und dann abgehoben worden. Eine Bankangestellte und ihr Ehemann wurden bereits verhaftet, ein weiterer Verdächtiger befindet sich auf der Flucht.

  • Von den Konten mehrerer MH370-Passagieren fehlen 25 000 Euro.
  • Eine verdächtigte Bankangestellte und ihr Mann wurden mittlerweile verhaftet, ein weiterer Verdächtiger befindet sich noch auf der Flucht.
  • Suche nach dem seit fünf Monaten verschwundenem Flug MH370 wird im September fortgesetzt.

Verschwundenes Vermögen

Mehr als fünf Monate nachdem Flug MH370 spurlos verschwand, hat eine Bank in Malaysia mysteriöse Kontobewegungen registriert. Es fehlten umgerechnet fast 25 000 Euro von vier Konten von MH370-Passagieren bei der selben Bank, teilte der Leiter der Ermittlungsbehörde für Wirtschaftskriminalität, Izany Abd Ghani, in Kuala Lumpur mit. Mittlerweile seien eine Bankangestellte und deren 33-jähriger Ehemann verhaftet worden, berichtet die malaysische Nachrichtenseite The Rakyat Post und beruft sich auf ein offizielles Statement Ghanis. Die Frau arbeite seit mehr als zehn Jahren für das Bankinstitut. Das Paar werde erstmal bis zum 17. August in Polizeigewahrsam bleiben, heißt es weiter. Einem 30-jährigen pakistanischen Bankangestellter soll das Paar einen Teil des gestohlenen Geldes überwiesen haben, er befindet sich jedoch noch auf der Flucht.

Mysteriöse Transaktionen

Am 18. Juli waren einem Bankangestellten die mysteriösen Transaktionen aufgefallen. Sie betreffen die Konten von zwei chinesischen und einem malaysischen MH370-Passagier sowie eines Stewards des verschollenen Flugzeuges. Die Bankangestellte soll Geld von drei der Konten auf das vierte überwiesen haben. Für das vierte Konto habe sie eine neue Bankkarte ausgestellt, mit der das Geld von Automaten abgehoben wurde, sagte ein Polizeisprecher.

Neues Suchgebiet eingegrenzt

Die Suche nach MH370 geht in die nächste Phase. Wie Australiens stellvertretender Regierungschef Warren Truss mitteilte, wird die niederländische Firma Fugro Survey im September damit beginnen, ein 60 000 Quadratkilometer großes Gebiet abzusuchen. Truss äußerte sich "vorsichtig optimistisch", dass das Flugzeugwrack oder Teile davon geortet werden könnten. Die malaysische Regierung habe ihre Unterstützung angeboten, und ein an der Suchaktion beteiligtes chinesischen Marineschiff sei bereits jetzt im Einsatz. Zusammen mit dem hochmodernen Seefahrzeug MV "Fugro Equator" erkundet das Schiff der chinesischen Volksmarine "Zhu Kezhen" das betreffende Gebiet. Nach australischen Angaben sind drei Fünftel des Areals mittlerweile kartografiert. Bei der eigentlichen Suche werden unter anderem Echolote und Videokameras zum Einsatz kommen.

In einem anderen Teil des Indischen Ozeans war der Sucheinsatz eines Tauchroboters Ende Mai ergebnislos beendet worden. Die Suche in dem Gebiet war durch akustische Signale ausgelöst worden, die angeblich von der Blackbox der Unglücksmaschine stammten. Trotz der bisher teuersten und aufwendigsten Suche in der Geschichte der Luftfahrt konnten bislang keine Erfolge erzielt werden.

Der Tag, an dem MH370 spurlos verschwand

Am 8. März, einem Samstag, gegen 0.40 Uhr Ortszeit startet der Malaysia-Airlines-Flug MH370 in Kuala Lumpur. Knapp sechs Stunden soll die Reise nach Peking dauern. Das Wetter ist gut, der Himmel nahezu wolkenlos. Die Maschine, eine Boeing 777 ist zwölf Jahre alt, der Flugzeugtyp gilt als sehr sicher. An Bord befinden sich 239 Menschen: Zwölf Crewmitglieder und 227 Passagiere. Die Reisenden stammen zum Großteil aus China, Taiwan und Malaysia, außerdem aus Indonesien, Australien, Indien, Neuseeland, den USA, Kanada, Russland, der Ukraine, Iran, Frankreich und den Niederlanden. Der 53 Jahre alte Pilot hat mehr als 18 000 Flugstunden hinter sich, gilt als erfahrener Flugzeugkapitän. Sein Kopilot ist 27 Jahre alt.

Gegen 1.21 Uhr morgens (Ortszeit), kurz vor Eintritt in den vietnamesischen Luftraum, haben malaysische Fluglotsenzum letzten Mal Kontakt zu der Maschine. Sie befindet sich zu diesem Zeitpunkt auf der geplanten Route über dem Meer zwischen Malaysia und Vietnam - dann verschwindet das Flugzeug plötzlich vom Radar. Die Maschine flog ab diesem Zeitpunkt stundenlang Richtung Süden, wie Satellitenauswertungen später zeigten.