Süddeutsche Zeitung

Verkehr an Pfingsten:Auf in den Superstau

Der Lokführer-Streik trifft Millionen Pendler und Urlauber. Wie lange gestreikt wird, bleibt offen.

Der Streik der Lokführergewerkschaft GDL hat zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen in ganz Deutschland geführt. Im Fernverkehr wurden rund zwei Drittel der Verbindungen gestrichen, teilte die Deutsche Bahn mit. Im Regionalverkehr fuhren je nach Gebiet bis zu zwei Drittel der Züge. Parallel dazu trafen sich Gewerkschaft und Unternehmen zu vertraulichen Gesprächen über eine Schlichtung im festgefahrenen Tarifkonflikt.

Durch den mittlerweile neunten Ausstand der Lokführer in Folge sei der Zugverkehr in den östlichen Bundesländern besonders eingeschränkt, teilte die Bahn mit. In Hamburg, Berlin und Frankfurt am Main stellte die Bahn in der Nacht Hotelzüge zur Verfügung. Ein Enddatum für den Streik nannte die Gewerkschaft nicht; es soll 48 Stunden im Voraus mitgeteilt werden. Die Gewerkschaft kündigte an, dass dieser Streik länger als der vorherige dauern werde, bei dem Anfang Mai die Arbeit sechs Tage lang niedergelegt worden war. Damit dürfte der Streik die Bahnreisenden auch am Pfingstwochenende treffen.

Einen großen Ansturm erlebten die Fernbus-Unternehmen - die Zahl der Buchungen ist auf manchen Strecken bereits seit Beginn der Woche um bis zu 300 Prozent gestiegen. Marktführer MeinFernbu/FlixBus will am Pfingstwochenende bundesweit 60 Busse zusätzlich einsetzen. Auch die meisten Mietwagen-Anbieter registrierten eine stark erhöhte Nachfrage, vielerorts werden schon die Autos knapp.

Durch die Bahnstreiks drohen nach Einschätzung von Verkehrsexperten am Freitag vor Pfingsten Stau-Rekorde auf den Straßen. "Alle Zutaten dafür sind da", sagte Stauforscher Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen. Der drohende Stillstand auf vielen Zugstrecken trifft die Autofahrer zu einem besonders ungünstigen Termin: Der Freitag vor dem Pfingstwochenende ist laut Schreckenberg üblicherweise der staureichste Tag des Jahres.

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Quelle:
SZ vom 21.05.2015 / dpa, AFP
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