Verhängnisvoller Fehler in Fukushima Hundert Tonnen hochradioaktives Wasser ausgetreten

Erneut schlechte Nachrichten aus Fukushima: Wegen einer Nachlässigkeit sind auf dem Gelände des havarierten Atomkraftwerks in Japan erneut hundert Tonnen radioaktiven Wassers ausgelaufen. Der Zwischenfall ist symptomatisch für den Umgang mit der Katastrophe.

Im zerstörten Atomkraftwerk Fukushima in Japan ist erneut radioaktiv verseuchtes Wasser ausgetreten. Hundert Tonnen Wasser seien aus einem Tank gelaufen, teilte der AKW-Betreiber Tepco mit.

Der Fehler zeigt, dass Tepco die Situation auch drei Jahre nach der Havarie noch nicht unter Kontrolle hat. Das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi war durch ein verheerendes Erdbeben und den darauffolgenden Tsunami im März 2011 zerstört worden. Es kam zur Kernschmelze.

Die Betreiberfirma steht wegen ihres Krisenmanagements seit der Katastrophe in der Kritik. Die japanische Atombehörde warf Tepco erst kürzlich vor, neue Messfehler bei der Feststellung der Höhe der Radioaktivität begangen zu haben. Es fehle noch immer ein grundsätzliches Verständnis für die Erfassung und den Umgang mit radioaktiver Strahlung, erklärte die Behörde.

Der aktuelle Zwischenfall ist der schwerste seit August, als gleich mehrere Lecks entdeckt wurden. Jetzt sei Wasser aus einem der großen Sammeltanks ausgelaufen, weil eine Absperrung versehentlich offen geblieben und zu viel Wasser in ein angrenzendes Becken gelangt sei, teilte Tepco mit. Arbeiter hätten auf einem Kontrollgang festgestellt, dass Wasser aus einer Leitung an der Seite des Tanks tropfe. Dieser befinde sich etwa 700 Meter vom Meer entfernt.

Einem Sprecher zufolge schätzt die Betreiberfirma es als unwahrscheinlich ein, dass das Wasser ins Meer gelangt. Der Konzern ergreife verschiedene Maßnahmen und bitte die Öffentlichkeit um Entschuldigung für den Vorfall.