Verbrechen Spektakuläre Flucht

Mit diesem Helikopter gelang dem verurteilten Mörder Rédoine Faïd eine spektakuläre Flucht aus dem Gefängnis.

(Foto: Geoffroy van der Hasselt/AFP)

Einem der gefährlichsten und bekanntesten Verbrecher Frankreichs ist per Hubschrauber ein filmreifer Ausbruch aus dem Gefängnis gelungen.

Einem verurteilten Mörder ist in Frankreich eine filmreife Flucht aus dem Gefängnis gelungen - per Hubschrauber. Ein bewaffnetes Kommando sei mit dem Helikopter im Gefängnishof gelandet, als der Häftling im Besucherraum der Haftanstalt in Réau südlich von Paris gewesen sei, teilte das französische Justizministerium mit. Der Ausbruch sei blitzschnell gegangen. Verletzt oder als Geisel genommen worden sei niemand. Die Polizei startete eine Fahndung.

Faïd, auf dessen Konto nach eigenen Angaben mehrere Raubüberfälle gehen, hatte bereits im April 2013 mit einer spektakulären Flucht aus einem Gefängnis in Nordfrankreich von sich reden gemacht. Damals hatte er vier Wächter als Geiseln genommen und sich den Weg durch fünf Gefängnistüren frei gesprengt. Danach schlüpfte er in eine Uniform, stieg in ein Fluchtauto und verschwand. In Frankreich und Belgien wurde damals sofort eine Großfahndung gestartet. Auch Interpol wurde eingeschaltet, um den als besonders gefährlich eingestuften Mann zu finden. Sechs Wochen später wurde Faïd mit einem Komplizen in einem Hotel in der Nähe von Paris gefasst.

Der Wiederholungstäter mit dem sanften Blick ist in Frankreich eine Berühmtheit. 2010 veröffentlichte der Einwanderersohn, der in einem nördlichen Vorort von Paris aufwuchs, ein Buch über seine "Karriere" als Spezialist für das Ausrauben von Geldtransportern. Er tingelte durch die Talkshows, berichtete, er habe sich von Kinofilmen inspirieren lassen, und gab sich geläutert. 2011 wurde er jedoch abermals wegen des Verstoßes gegen Bewährungsauflagen verhaftet.