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Vaterschaftsgerüchte um König Juan Carlos:"Das da ist dein Vater"

Eine Belgierin und ein Katalane bringen Spaniens König Juan Carlos I. in Bedrängnis: Mithilfe von DNA-Analysen wollen beide nun bewiesen haben, dass sie Halbgeschwister sind - die der spanische König gezeugt hat.

Außer viel Geld bräuchte das krisengeplagte Spanien in diesem Moment wohl nichts dringender als eine moralische Autorität. In vergangenen Krisen war dies stets der König gewesen, der nach dem Tod des Diktators Franco 1975 dem Übergang zur Demokratie vorstand und 1981 die Putschisten mit einer mutigen TV-Ansprache zurück in die Kasernen schickte.

King Juan Carlos

Erst bricht er sich auf Wildtier-Safari die Hüfte, dann wird über eine Affäre mit einer deutschen Adeligen gemunkelt - und nun gibt es mal wieder Gerüchte um uneheliche Kinder: Spaniens König Juan Carlos kommt derzeit nicht aus den Negativschlagzeilen.

(Foto: AP)

Doch mit der Autorität des Königs ist es derzeit nicht weit her. Er macht fast nur noch durch Affären von sich reden. Neueste Variante: Eine Belgierin und ein Katalane behaupten, uneheliche Kinder von Juan Carlos I. zu sein. Ingrid Sartiau aus Gent und Albert Solà aus Girona wuchsen ohne ihre leiblichen Väter auf. Lange suchten sie nach ihren Ursprüngen. Mithilfe von DNA-Analysen wollen beide nun bewiesen haben, dass sie Halbgeschwister sind - die der spanische König gezeugt hat.

Die 46-jährige Belgierin erzählte spanischen Medien, als sie noch ein Kind war, habe ihre Mutter beim Fernsehen auf den Bildschirm gedeutet, wo gerade Juan Carlos zu sehen war, und gesagt: "Das da ist dein Vater." Liliane Sartiau will Juan Carlos 1956 in Frankreich kennengelernt haben. Damals war er noch nicht König. Zehn Jahre später sahen sich beide laut ihrer Tochter in Luxemburg wieder. Kurz darauf kam Ingrid zur Welt.

Der König will nicht zum Vaterschaftstest

Albert Solà behauptet schon seit Jahren, er sei ein unehelicher Sohn von Juan Carlos und habe Dokumente, die dies belegen. Nun unterzog er sich in Belgien einem DNA-Test, der beweist, dass er und Sartiau eine in weiten Teilen übereinstimmende DNA haben. Das Ergebnis habe er ans Königshaus gefaxt, berichtete Solà spanischen Medien. Antwort habe er allerdings noch keine erhalten. Dass der König beider Vater ist, könnte nur ein DNA-Test von Juan Carlos beweisen. Es gibt bisher keinerlei Anzeichen, dass er dazu bereit sein könnte.

Der 54-jährige Solà ist Sohn der Katalanin María Bach Ramón, eine Bankierstochter, die ihren Sohn früh zur Adoption freigab. Seine Mutter habe Juan Carlos in den 50er Jahren kennengelernt, als dieser 18 war und eine Militärakademie im spanischen Saragossa besuchte, behauptet Solà. Damals war Juan Carlos noch nicht mit der heutigen Königin Sofia verheiratet - zum Geburtstermin mit der Belgierin Ingrid Sartiau allerdings schon, was den Gerüchten Nahrung gibt, der Monarch sei ein arger Frauenheld und untreuer Ehemann.

Erst kürzlich machte eine angebliche Affäre mit einer deutschen Adeligen Schlagzeilen, die ihn seither nicht mehr auf Reisen begleiten darf. Am Montag brach Juan Carlos nach Saudi-Arabien auf, um an der Trauerfeier für den verstorbenen Kronprinzen Najef bin Abdul Asis teilzunehmen. Danach will der 74-Jährige, der noch von seinem Jagdunfall in Afrika geschwächt ist, eine Amerikareise antreten, um endlich das zu tun, was Spanien von ihm erwartet: die Handelsbeziehungen seines Landes nach Übersee stärken.

© SZ vom 19.06.2012/jobr
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