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Vandalismus in Frankreich:In einem Jahr 46.800 Autos angezündet

Ein Autokauf in Frankreich ist ein echtes Risikoinvestment. Im Jahr 2007 gingen pro Tag im Schnitt 128 Autos in Flammen auf.

In Frankreich sind im vergangenen Jahr 46.800 Fahrzeuge durch Brandstiftung zerstört worden. Dies seien 2800 mehr als 2006 und 1200 mehr als im Jahr der wochenlangen Vorstadtkrawalle von Herbst 2005, teilte das nationale Kriminalitätsbüro (OND) am Mittwoch in Paris mit.

autos flammen frankreich 2007 dpa

Nicht nur Randale sind der Auslöser für brennende Autos. Ein häufiges Motiv ist auch die Versicherung.

(Foto: Foto: dpa)

Rechnerisch gingen damit 2007 an jedem Tag 128 Autos in Frankreich in Flammen auf. OND-Chef Alain Bauer verwies darauf, dass Brandstiftungen an Autos kein speziell französisches Problem seien: So würden in England und Wales pro Jahr bis zu 90.000 Fahrzeuge angezündet, in den USA im vergangenen Jahr sogar 280.000.

Zudem seien nicht alle Brände die Folge von Gewaltausbrüchen in den von hoher Arbeitslosigkeit geprägten Vorstädten, sagte Bauer. Zu einem Drittel sei vermutlich Versicherungsbetrug ein Motiv für die Brandstiftungen. Bei etwa weiteren zehn Prozent sollten Beweismaterialien vernichtet werden. In diesem Jahr wolle das Institut versuchen, die Brandstiftungen in einer gesonderten Untersuchung genauer nach Ursachen voneinander abzugrenzen.

Im Herbst 2005 war es in Frankreichs nach dem Tod von zwei Jugendlichen bei einem Polizeieinsatz zu landesweiten Jugendkrawallen gekommen. In drei Wochen zwischen Ende Oktober und Mitte November gingen mehr 10.000 Fahrzeuge in Flammen auf. Zu Silvester und zum Nationalfeiertag am 14. Juli schnellen die Fahrzeugbrandstiftungen auch sonst regelmäßig nach oben.

Im vergangenen Jahr waren nach dem Wahlsieg von Präsident Nicolas Sarkozy im Mai zudem in einer einzigen Nacht 730 Autos angezündet worden. Im November hatte es dann erneut mehrtägige Krawalle bei Paris gegeben, nachdem zwei jugendliche Motorradfahrer beim Zusammenstoß mit einem Polizeiauto tödlich verunglückt waren.

© AFP/sekr/cag
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